r/wien • u/L0ngusPr1mus • 18h ago
Ohne Schmäh | Serious Was würdet ihr an meiner Stelle machen?
Hey ihr,
ich wollte mal ein Update geben, weil die letzten Wochen ziemlich viel waren, und weil Schreiben mir hilft. Ich werde auch aktiver werden, versprochen!
Kurzfassung: Es ging mir drei Wochen lang richtig schlecht. Krisen, einmal Klinik, viel Weinen, die Gedanken, die manche von euch kennen. Ich habe aber meinen Pakt mit meiner OP gehalten, Notfallnummern genutzt, und inzwischen zwei Stunden Therapie pro Woche. Es ist nicht gut, aber es ist stabiler als vor zwei Wochen.
Was mich gerade beschäftigt:
**Zukunft.** Ich will Psychotherapeut werden. Das Propädeutikum an der Uni Wien startet im Frühjahr, Bewerbung im November, und ich stehe vor der Frage: Jetzt, nach so einer Phase? Oder ein Jahr warten? Ich habe beim Postgraduate Center angefragt, ob eine psychische Erkrankung ein Ausschlussgrund ist. Allein die Mail zu schreiben hat mich Mut gekostet. Falls jemand von euch den Weg geht oder gegangen ist, mit Diagnosen im Gepäck: Wie war das für euch?
**Angst.** Job weg, Studium, Umschulung vielleicht, Ehrenamt. Ich habe gefühlt zehn Pläne und keine Ahnung, welcher zuerst dran ist. Wenn abends alles still wird, kommt die Frage, ob ich das alles schaffe, und ob ich überhaupt jemand bin, der sowas schaffen darf.
**Mein Buch.** Ich habe angefangen, meine Geschichte aufzuschreiben. Kindheit, Schule, Therapie, die Diagnosen. Elf Kapitel in einem Wochenende. Manche davon haben mich getragen, manche haben mich ziemlich runtergezogen, und ich habe gelernt, dass ich die schweren nicht allein schreiben sollte. Falls jemand von euch auch schreibt, um Dinge zu sortieren: Wie geht ihr mit den Stellen um, die wehtun?
Ich erwarte keine Lösungen. Ich wollte es nur irgendwo hinstellen, wo Leute sind, die es verstehen. Und wenn jemand gerade selbst in so einer Phase steckt: Ihr dürft mir schreiben. Ich bin wach, meistens zu lang.
Danke fürs Lesen.