Ich 20w suche seit 2023 nach einer bestimmten Ausbildung. Meiner Traumausbildung.
Mein Plan war es, für eine Ausbildung weiter wegzuziehen. In dem Ausbildungsberuf verdient man gutes Geld. Mit BAB/Kindergeld könnte ich dann in eine WG, ein Wohnheim oder so ziehen.
Leider habe ich nur Absagen bekommen und wenn Arbeitgeber Interesse hatten, musste ich Einstellungstests machen. Leider bin ich viel zu dumm für Einstellungstests.
Ich wurde letztens von der Reha-Abteilung der Arbeitsagentur aufgenommen. Die Mitarbeiterin hat mir gesagt, dass ich in ein Berufsbildungswerk gehen kann.
Nach langem Überlegen habe ich mich dazu entschlossen, es zu machen. Ich habe ein fragiles Ego. Ich weiß, dass ich behindert bin, aber ich denke immer: „Ich kriege es schon alleine hin. Das ist Übungssache.“
Hilfe zu bekommen ist mir sehr peinlich. Ich schäme mich dafür, dass die Arbeitsagentur alles für mich bezahlen wird. Andere haben es mehr verdient.
Ich wollte eigentlich unabhängig sein.
Ich weiß nicht, wie ich es meinen Eltern sagen soll. Sie wollen, dass ich studiere. Mein Vater redet die ganze Zeit davon, dass ich mir Mühe geben und mich auf mein Studium konzentrieren soll.
Meine Mutter sagt, dass es ihr Traum ist, dass all ihre Kinder studieren, weil sie ihre Bildung in ihrem Heimatland wegen meines Vaters nicht fortsetzen konnte.
Wirklich alle meine Cousinen und Cousins hier in Deutschland haben studiert. Fast alle Cousinen väterlicherseits haben im sozialen Bereich studiert. Mein Vater denkt, dass ich es auch schaffen werde.
Meine Familie kommt aus einem militaristisch-autoritären Land in Afrika. Man muss sehr gute Noten haben, um studieren zu können. Sonst muss man nach der 12. Klasse für mehrere Jahre zur Armee. Meine Cousine hat es dort geschafft und wird Architektur studieren. Mein Vater ist stolz auf sie. Er sagt mir, ich solle dankbar sein, dass ich in Deutschland geboren wurde und viele Chancen habe.
Es ist halt schwer. Als Kind war mein Plan B, Soziale Arbeit zu studieren, aber mittlerweile kotzt es mich an (ich studiere Angewandte Sozialwissenschaften) Das Studium fällt mir so schwer und bereitet mir keine Freude, aber ich fühle mich so schlecht, weil ich eigentlich so privilegiert bin.
(Vielleicht kann ich nach der Ausbildung studieren gehen, wenn es mir besser geht)
Meine kleine Schwester macht gerade eine Ausbildung. Sie verdient gutes Geld und hat zusätzlich einen Minijob.
Alter, ich schäme mich. Ich sollte doch ein Vorbild sein, aber bin momentan arbeitslos und in einem Studium, in dem ich verkacke. Sie schafft es und ich bin neidisch auf sie (aber ich hasse sie nicht. Sie hat es verdient‼️‼️‼️‼️)
Ich mache die Ausbildung in einem Berufsbildungswerk. Ich kann meine Familie nicht anlügen und so tun, als würde ich in einem Betrieb arbeiten, gutes Geld verdienen und alleine leben können.
Im Berufsbildungswerk bekomme ich wenig Taschengeld, da alles für mich bezahlt wird.
Mein erster Gedanke war, meine Familie drei Jahre lang anzulügen, nicht so viel Kontakt zu ihnen zu haben und einfach mein Ding zu machen. Ich streite mich eh viel zu oft mit meiner Familie und möchte gehen, damit sie nichts mehr mit mir zu tun haben müssen.
Ist ein Weichei-Move.
Ich werde nächsten Monat 21. Ich bin alt genug, um über mein Leben zu entscheiden.
Ich schäme mich, dass ich die Einzige in meiner Familie bin, die zu behindert für alles ist und Unterstützung braucht.
Meine Familie hat die Illusion, dass ich intelligent bin.
Ich hatte zwei Therapeuten und beide haben mir gesagt, dass ich machen kann, was ich möchte. Das Land kann nicht nur aus Akademikern bestehen.
Ich fühle mich einfach wie eine große Enttäuschung.
Sry ist sehr chaotisch geschrieben. Mein Kopf ist gerade voll.