r/Ratschlag • u/Funny_Cockroach1234 • 13h ago
Familie Mein (w26) Bruder (m37) hat mich bis ins Teenager-Alter gemobbt und nun wird es zu einer Konfrontation kommen
Ich brauche euren Rat, oder zumindest ein paar liebe Worte.
Die ersten acht Jahre, die ich zur Schule ging, wurde ich gemobbt. Zu Hause auch, und zwar von meinem Bruder (m37 mittlerweile). Um den geht es auch. Meine Eltern schauten oft zu, oder waren zumindest machtlos, als mein Bruder mich verbal erniedrigte. Einmal hatte er mich sogar gewürgt, als seine damalige Freundin (heute Frau) dabei zusah. Da war ich ca 10 Jahre alt. Was ich auch erst viel später über mich rausfand, war, dass ich Autismus habe, und Gewisses einfach nicht aushalte. Da ich aber weiß, dass meinem Bruder meine Grenzen egal sind, gehe ich ihm so gut es geht aus dem Weg. Er wohnt auch nicht mehr hier, aber nah genug, um quasi jeden Tag unangekündigt vorbeischneien zu können.
Mittlerweile ist mein Bruder verheiratet und hat ein Kleinkind. Er und seine Frau sind definitiv auf die Großeltern (also unsere Eltern) angewiesen. Da ich ihm aber in letzter Zeit so gut aus dem Weg ging, wurde mir erst bei unserem letzten Aufeinandertreffen vor ein paar Tagen wieder bewusst, dass all mein Trauma wieder hochkommt, sobald er sich wieder auf bestimmte Arten und Weisen äußert.
Was diesmal mein Trauma hochkochen ließ, war: Mein Vater, mein Bruder, mein Neffe und ich befanden uns in einem schmalen Raum. Ich wollte nach draußen gehen, doch mein Bruder stand mir im Weg, und ließ mich einfach nicht an sich vorbeigehen. Er sagte dann sowas wie „Ist es etwa unangenehm für dich, dass du dich nicht frei bewegen kannst?“ und Ja? Natürlich war es das. Mit der Frage allein zeigte er ja schon, dass er versteht, dass ich nicht mag, was er tut. Und er tut es trotzdem.
Diese kleine Situation, so trivial sie erscheinen mag, hat etwas in mir zerbrochen. Ich hatte diese Nacht Alpträume von meinem Bruder. Denn es war einfach ein perfektes „play-by-play“ von damaligen Situationen, wo er mich schlecht behandelte. Sogar mit einem Elternteil, der sich wieder nicht für mich einsetzt, obwohl er direkt daneben war.
Diese Situation ließ mich heute auf der Arbeit in Tränen ausbrechen. Ich besprach heute also mit meinen Eltern, dass sie ab jetzt bitte endlich zu mir halten müssen. Dass ich es nicht aushalte, dass jemand, der mich mein Leben lang so gemein behandelte jetzt auch noch daran hindert, mich in meinem eigenen Zuhause frei bewegen zu können.
Aber ich habe Angst.
Ich habe Angst, dass meine Eltern über meinen Kopf hinweg mit ihm reden werden und unsere Familie auseinanderbricht. Dass sie auf leere Phrasen wie „Ich hab’s ja nicht so gemeint!“ etc. reinfallen und sich doch gegen mich stellen werden. Oder dass mir jetzt noch mehr Gemeinheiten blühen werden, bei denen ich wieder allein dastehen werde.
Ich habe Angst, dass meine Eltern weiterhin so unfähig sind und nur den Weg dafür ebnen, dass mein Bruder wieder grausam zu mir sein kann.
Oft nutzte mein Bruder die Ausrede, dass er ja eine schlimme Kindheit hatte und er deswegen „so ist“. Aber wer fragt jemals mich, wie meine Kindheit war? Und hab ich je jemand anderem psychische Narben gegeben, weil meine Kindheit auch schlimm war?
Ich will nur meine Ruhe. Ich will nur Frieden. Ich will sicher sein.
Aber ich traue meinen Eltern nicht mehr, zumindest nicht bei sowas.
Und was soll ich tun, wenn alles so schlimm kommt, wie ich es mir jetzt schon vorstelle?