h schreie meinen alten Namen,
er klingt wie unendlich kalte Narben,
die auf der Haut meiner dreckigen Arme
wie Nikotin in meinen Lungen Schaden.
Ich hab ihn abgelehnt, dieses Ich verloren,
einen neuen gefunden, mich selbst neu geboren,
mich mit allem von mir gegen ihn verschworen,
aus den Trümmern ein Selbst und aus Asche ein Morgen.
Doch was, wenn die Geister die Namen noch kennen,
wenn Wunden sich schließen, doch innerlich brennen?
Wenn Stimmen, die schweigen, noch immer mich nennen,
und Schatten mich suchen, die mich zu gut kennen?
Ich trage mein Früher wie fremde Manifeste,
vergraben im Fleisch, doch im Geiste die Reste,
ein Archiv aus Versagen, verschimmelten Texten,
in denen die Wahrheit verlernte, sich selbst zu entsetzen.
Ich hab mich seziert, bis die Seele zerfaserte,
die Wahrheit geschluckt, bis mein Innerstes haderte,
mich selbst überschrieben, bis nichts mehr von mir
durch die Schichten des Schweigens nach außen geriet.
Und unter den Lettern, den Lügen, den Laken,
begann etwas Namenloses zu atmen und warten.
Kein Engel, kein Retter, kein göttliches Zeichen
nur ein Rest meines Wesens, zu müde zum Weichen.
Vielleicht ist ein Neuanfang nichts als die Kunst,
zu verlernen, was Angst dir als Wahrheit einflüstert.
Vielleicht ist man frei, wenn man endlich versteht,
dass nicht alles verschwindet, nur weil man es verdreht.
Und sollte mein alter Name wieder erklingen,
soll er durch meine verschlossenen Räume dringen,
soll er an den verkohlten Erinnerungen rütteln
ich werde nicht fliehen, ich werde nicht betteln.
Denn ich bin nicht die Narbe, nicht Ursprung, nicht Ende,
nicht das Urteil der Welt und nicht meine Legende.
Ich bin all das Gewesene, das trotzdem noch lebt,
bin der Text, der sich selbst aus den Zeilen erhebt.
Und wenn mich die Vergangenheit fragt, wer ich sei,
schlag ich schweigend die letzte beschriebene Seite um.
Denn ich schulde dem Menschen, der ich einmal war,
keine Rückkehr nur die Wahrheit, dass er einmal da war.