Was glaubt ihr, wann die SPD wieder rationale Steuer-Politik machen wird?
Nur zwei Beispiele:
1 - Steuern und Abgaben auf Arbeit
In den 70ern griff der Spitzensteuersatz bei ca. dem 9-fachen eines Durchschnittslohns. 2026 zahlt man den Spitzensteuersatz bei weniger als dem doppelten des Durchschnittslohns. Ein Facharbeiter mit mehreren Jahren Berufserfahrung, z. B. ein Meister, zahlt in Deutschland heute den Spitzensteuersatz!
Man sollte meinen, dass eine Partei der Arbeiter wie die SPD dem entgegenwirkt. Stattdessen hebt die SPD als Regierungspartei die Beitragsbemessungsgrenze an, der fleißige Meister im Betrieb hat jetzt weniger Netto als zuvor.
2 - Steuern und Abgaben auf Kapitaleinkünfte
Uns allen ist bekannt, dass die gesetzliche Rente für den Lebensabend nicht reichen wird. Daher gibt es weitere Säulen - die betriebliche und die private Vorsorge.
Die private Rentenvorsorge macht man idealerweise durch Invests in ETF mit breiter Streuung (Verteilung des Risikos) oder mit Aktien. Für Kapitaleinkünfte werden pauschal 25% Abgeltungssteuer fällig.
Man sollte meinen, dass die SPD ein Interesse daran hat, dass möglichst viele Menschen privat vorsorgen, um die drohende Rentenlücke zu schließen. Folgerichtig hat die SPD zwar dem Altersvorsorgedepot zugestimmt. Aber warum wird dann in der SPD noch immer gefordert, die Kapitaleinkünfte höher zu besteuern und zusätzlich auch noch Sozialabgaben auf diese zu erheben? Das widerspricht doch dem Gedanken der privaten Altersvorsorge !?
Ich verstehe das nicht. Es wirkt irgendwie so, als würde der Facharbeiter mit vielen Jahren Berufserfahrung und entsprechendem Gehalt von der SPD als "reich" betrachtet werden, sodass er härter besteuert werden muss. Oder der Aktionär, der für sein Alter vorsorgt, ist jetzt böser Kapitalist, weil er Dividenden kassiert. Mag ja sein, dass vor 50 Jahren nur Superreiche Zugang zur Börse hatten, aber heute kann jeder günstig investieren, dank Internet.
Also was ist da los bei der SPD? Wieso macht sie keine Steuer-Politik mehr für uns arbeitende Menschen?
Vorschläge:
▪︎ Spitzensteuersatz erst ab dem 9-fachen des Durchschnittslohns wie in den 70ern, also ab ca. 600.000 Einkommen.
▪︎ Steuer auf Kapitaleinkünfte zur Altersvorsorge erst ab 20.000 EUR Anlagevermögen (Freibetrag), progressiv steigend von 5% bei 20.000 bis 25% bei 70.000 EUR, ab 500.000 meinetwegen 45%, weil man dann unter Berücksichtigung der gesetzl. Rentenzahlung die Rentenlücke geschlossen hat (4%-Regel).
▪︎ Vermögensteuer ab 5 Mio. EUR, damit die wirklich Reichen nicht unbegrenzt reicher werden.
▪︎ Ganz wichtig: Alle Grenzwerte jährlich automatisch der Inflation anpassen, sonst haben wir in 10 Jahren wieder die gleiche Situation wie heute.