r/Geschichte • • Jul 13 '26

Ein paar Neuerungen in /r/Geschichte

54 Upvotes

Hallo,

gestern wurde ich darüber informiert, dass unser Report-System für die Moderation nicht optimal sei, danke dafür an /u/CrossMountain und u/maxivonderfaxi. Ich habe das zum Anlass genommen die Regeln etwas neu zu formulieren und zu straffen, ihr findet sie in der Sidebar. Nach meinem Dafürhalten ist nichts davon besonders aufsehenerregend, aber gebt mir gerne Feedback. Grundsätzlich soll das hier ein offenes Forum sein in dem wir gerne auch kontrovers diskutieren - dazu gehört aber eben auch, dass es eine gewisse Respektkultur gibt, und das werden wir abbilden.

Dass die Regeln so gestrafft sind gibt euch nun auch die Möglichkeit, Verstöße dagegen bei euren Reports anzugeben. Nehmt das gerne wahr. Ich habe die Mod-Warteschlange mit einem jahrelangen Stau gerade geleert, ihr könnt davon ausgehen, dass eure Reports auch gelesen und bearbeitet werden. Es geht nur nicht immer innerhalb von fünf Minuten, wir sind schließlich alle auch berufstätig.

Ganz grundsätzlich: Gebt uns gerne Anregungen, was ihr euch von hier erhofft. Ich würde gerne in Zukunft ein paar AMAs veranstalten, wenn euch Leute einfallen (oder ihr selbst diese Leute seid), die dafür gut geeignet wären, stellt gerne den Kontakt her!

Ansonsten: Weiterhin schönes Schaffen hier. Manchmal erlebe ich in diesem Subreddit echte Sternstunden des Austauschs und Wissens, und davon hätte ich gerne noch sehr viel mehr. Danke schon mal :)


r/Geschichte • • Jan 16 '24

Moratorium für WK2-Familienfotos

88 Upvotes

Liebe Community!

Es gab in letzter Zeit eine Vielzahl an Fotos von Familienmitgliedern in Wehrmachtsuniform, oft mit der Frage nach Rang und Einheit.

Dagegen wäre nichts einzuwenden, aber der 2. WK und die Nazi-Zeit sind natürlich auch hochproblematisch. Ich verhänge daher erstmal ein Moratorium für solche Posts, weil ich nicht will, dass sich der Charakter des Subs zu sehr ändert und um zu verhindern, dass wir langfristig die falschen Leute anziehen.

Ich unterstelle niemandem böse Absichten, aber meine Sorge ist auch folgende: Wenn hier die Wehrmachtsposts mal in der Überzahl sind, reporten einige Leute den Sub an die Reddit-Admins mit dem Vorwurf, dass es ein Nazi-Sub ist. Irgendein amerikanischer Admin googelt kurz die Rechtslage in Deutschland, liest etwas von verbotenen Symbolen und sperrt den Sub, damit Reddit keine schlechte Presse in DE bekommt. Und ich als Mod werde auch gleich gebannt.

Das möchte ich verhindern.

Also, bitte, bis auf weiteres keine Bilder mit Wehrmachtsthematik. Seriöse Artikel zum 2. Weltkrieg sind natürlich weiterhin willkommen.

Danke euch und weiterhin viel Spass im Sub!


r/Geschichte • • 12h ago

Wie hat sich ein Heer im Dreißigjährigen Krieg bewegt?

128 Upvotes

Ich habe mich in letzter Zeit etwas mit der Lokalgeschichte meines Heimatortes beschäftigt. Dieser wurde im Dreißigjährigen Krieg von kaiserlichen Truppen niedergebrannt.

Wie muss ich mir ein sich bewegendes Heer vorstellen? Sind da 20, 50, 100 oder 1000 Soldaten durchgezogen? Waren das in der Regel "Verpflegungsteams" oder frei umherziehende Soldatengruppen? Hatten Heerführer ernsthafte Befehlsgewalt "auf dem Marsch" oder haben Soldaten eigenmächtig geplündert? Sind solche Heere überhaupt marschiert? Oder war das eher eine Verabredung, zu einem Zeitpunkt an einem bestimmten Ort zu sein? Und wenn sie marschiert sind, muss ich mir das als eine lange Marschkolonne oder marschiert so ein Heer parallel über mehrere Straßen auf ggf. mehreren Kilometern Breite? Oder als einzelne Gruppen/Einheiten? Wie quartiert sich so ein Heer ein? In eine Stadt, ein kompaktes Feldlager oder verteilt auf einen halben Landkreis?

Vielleicht hat jemand von euch auch eine gute Literaturempfehlung für einen Überblick in diese Richtung.


r/Geschichte • • 16h ago

Verhalten deutscher Besatzungsmacht im zweiten Weltkrieg

9 Upvotes

Mich würde mal interessieren, warum die Deutschen damals offenbar fast nur im Osten so brutal aufgetreten sind?

In Frankreich, Belgien, Niederlande und aus Skandinavien hört man sehr viel weniger von bekannten Massakern an der Zivilbevölkerung als in Osteuropa.​


r/Geschichte • • 1d ago

Ein Blick zurück nach 1973: “Deutschland und seine Dialekte“ präsentiert von Stefan Stein (Neverestation)

269 Upvotes

r/Geschichte • • 18h ago

Ich suche lokale Legenden im DACH Raum

9 Upvotes

Guten Tag Menschen des Internets. Da ich seit kurzem etwas mehr Zeit gefunden habe möchte ich diese einem Projekt widmen.

Ein Kinderbuch welches lokale Legenden aus aller Welt beinhaltet.

Also Legenden die außerhalb kleiner Dörfer, bestimmter Städte oder Personenkreise effektiv niemand kennt.

Ich wurde dazu von meinem Großvater inspiriert der mir oft die Geschichte vom Riesenstein erzählt hat. Welche davon handelt, dass ein Riese einen Stein im Schuh hatte der ihn störte weshalb er ihn einfach in die Mitte eines Waldes geworfen hatte.

Falls jemand solche Geschichten kennt wäre ich sehr verbunden wenn mir jemand Anhaltspunkte gibt und aus welcher Region sie kommen.​

Edit: Da dies ein Kinderbuch werden soll fände ich relativ gewaltarme Geschichten am Interessantesten.


r/Geschichte • • 9h ago

Mittelalterliche Strafe: Der Stock

1 Upvotes

Als eher leichte Strafform im Mittelalter gilt ja die Verurteilung zum Stock - also diesem Pranger für die Füße. Auf Veranstaltungen wie Mittelaltermärkten etc. wird das hin und wieder als eher „lustige“ Bestrafung präsentiert. Das schlimmste, was einem passieren könnte, wäre wohl das Kitzeln der wehrlosen Fußsohlen (was ich mir über längere Zeit aber definitiv schon hart vorstelle). War das im Mittelalter aber tatsächlich eine eher leichte Form der Bestrafung oder gibt es hier Aspekte, die man schnell vergisst?

https://de.wikipedia.org/wiki/Stock_(Fessel)


r/Geschichte • • 16h ago

Kann man KI auch sinnvoll für Geschichtsvermittlung einsetzen?

0 Upvotes

Der Geschichtsfenster-Channel hat sich kürzlich mit dem Thema "Terra X testet KI-Videos" befasst. Er kommt zu einem eher kritischen Ergebnis, da das ZDF mit KI eher generische, historisch oft inakkurate Szenen erstellt hat. Auch ist Andrej generell kritisch gegenüber Spielszenen, ob mit oder ohne KI.

Die Technologie ließe sich meiner Ansicht nach aber auch sinnvoll für dafür nutzen, Geschichte zu vermitteln und das Interesse daran zu wecken.

Einige Schwächen von KI lassen sich bereits lösen: Für historisch akkuratere Inhalte muss man Assets auf Basis historischer Zeichnungen, Architektur, Kleidung, etc. generieren statt auf Basis des Trainingsmaterials. Für akkurate Gestik und Mimik kann man KI-Figuren bereits selbst schauspielern. Das eigene Schauspiel wird auf die Figuren übertragen.

Ich denke darüber nach, ob ich mich daran versuchen soll. Aktuell habe ich auf meinem Channel Echos der Barrikaden historische Lieder aus Vormärz/1848-Revolution mit KI als Punk und Metal vertont. Die Texte sind also original, die Musik natürlich nicht. Aber vielleicht kann man so Menschen für Geschichte begeistern. Es gibt keine echten Bands, die so etwas machen.

Auch habe ich Mythen über Mittelalter widerlegt in einer Art Geschichtsfenster-Parodie.

Was mich aktuell vom Projekt "Historisch akkurate Geschichtsdoku mit KI-Technologien" abhält, ist die weit verbreitete Skepsis gegenüber allem, das irgendwie mit KI zu tun hat. Es ist mir bekannt, dass man auch hier keinen "KI-Slop" teilen soll, womit vermutlich massenhaft generierte Geschichts-Fakes gemeint sind. Leider sind davon viele in den sozialen Medien im Umlauf.

Nun ist mein Anspruch der gegenteilige: KI-Technologien für die qualitativ hochwertige Geschichtsvermittlung einzusetzen. Als Hobbyprojekt aus Engagement. Ich verdiene damit nichts (sondern bezahle was). Bedenkt das bitte auch bei euren Antworten: Ich will aufklären (daher heißt mein Blog "Aufklärung 2.0) und keine Fake-Geschichte verbreiten. Und es ist Engagement, nicht kommerziell.

Was meint ihr: KI-Technologien haben Potenzial, in Verbindung mit historischen Quellen für qualitativ gute Geschichtsvermittlung zu dienen? Oder findet ihr alles mit KI schlecht, egal was und warum und wie?


r/Geschichte • • 1d ago

20 Mark Notgeldmünze aus Schwäbisch Hall von 1922, hergestellt aus Majolikaporzellan

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114 Upvotes

r/Geschichte • • 18h ago

Ein Chinese antwortet auf Interventionsaufrufe einiger Brasilianer: Jahrzehnte Geschichte und Präzedenzfälle zeigen, warum China nicht kommunistisch ist und seine Außenpolitik zurückhaltend, konservativ und nichtinterventionistisch bleibt

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Kürzlich lag Flávio Bolsonaro, der rechtsextreme Kandidat, in der ersten Runde der brasilianischen Präsidentschaftswahl 2026 vorn und könnte die Stichwahl gewinnen und Präsident werden. Der amtierende brasilianische Präsident, der Linkspolitiker Lula, liegt im Wahlkampf zurück. Dies hat unter zahlreichen linken Brasilianern Panik ausgelöst. Viele Menschen haben sich in sozialen Netzwerken wie X öffentlich an China, die Kommunistische Partei Chinas (KPCh) und Xi Jinping gewandt, in der Hoffnung, dass China, dieses „kommunistische Land“, mit militärischen oder anderen Mitteln in die politische Lage Brasiliens eingreifen werde, um einen Sieg der extremen Rechten zu verhindern.
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Als Chinese mit einer Mitte-links-Position verstehe ich die Angst vieler linker Brasilianer vor einer möglichen Machtübernahme durch die extreme Rechte ebenso wie ihren Wunsch, angesichts der Einmischung der Vereinigten Staaten und der Angriffe der brasilianischen Rechten Unterstützung von außen zu erhalten.
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Allerdings muss ich sagen, dass China kein wirklich kommunistisches beziehungsweise sozialistisches Land ist. Im Gegenteil: Es ist ein kapitalistisches Land, das durch Macht, Geld und einen gnadenlosen Wettbewerb geprägt ist. Die KPCh hat längst aufgehört, eine idealistische Partei zu sein, die für die Armen und Unterdrückten kämpft, und hat sich zu einer herrschenden Gruppe einer mächtigen und privilegierten Bourgeoisie entwickelt. In China werden Arbeitnehmerrechte, Frauenrechte und die Rechte von LGBT-Personen verletzt, und Menschen, die für diese Rechte kämpfen, werden unterdrückt. Und Xi Jinping ist selbstverständlich ebenfalls kein Kommunist, sondern ein Diktator, der die Demokratie ablehnt und Freiheiten unterdrückt.
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Nicht nur hat sich China unter der Herrschaft der KPCh seit der Ära Deng Xiaopings (邓小平) in ein kapitalistisches Land verwandelt, auch die Mao-Ära war keineswegs so gut, wie manche Teile der brasilianischen Linken es sich vorstellen. Dies lässt sich bereits allein anhand der damaligen Außenpolitik erkennen. China nahm 1974 diplomatische Beziehungen zu Brasilien auf, und zwar gerade während der brutalsten Phase der rechtsgerichteten brasilianischen Diktatur. Im selben Zeitraum nahm das China unter Mao auch diplomatische Beziehungen zu anderen lateinamerikanischen Ländern auf, die von rechten Diktaturen regiert wurden, darunter Argentinien. Mao Zedong (毛泽东) reichte zudem Richard Nixon, dem Präsidenten der Vereinigten Staaten, des größten kapitalistischen Landes der Welt, die Hand und versöhnte sich mit ihm. All dies zeigt, dass China selbst während der Mao-Ära weder die kommunistische Utopie noch das antiimperialistische Bollwerk war, nach dem sich viele Brasilianer sehnen. (Selbstverständlich wies auch die damalige chinesische Innenpolitik zahlreiche nichtkommunistische beziehungsweise nichtsozialistische Merkmale auf.)
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Darüber hinaus verfolgt das von der KPCh regierte China seit Langem eine äußerst pragmatische, zurückhaltende und konservative Außenpolitik. Es ist kaum bereit, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Länder einzumischen, und lehnt zugleich die Einmischung anderer Staaten in Chinas innere Angelegenheiten ab. Diese Entscheidung der KPCh dient dazu, die Stabilität des Regimes zu bewahren und Risiken zu vermeiden. Deshalb ist auch unter dem Gesichtspunkt der tatsächlichen Möglichkeiten nicht zu erwarten, dass China aktiv und gezielt Einfluss auf die Politik anderer Länder, einschließlich Brasiliens, nimmt. Selbst wenn es bestimmte Interventionen außerhalb seines Staatsgebiets durchführt, besteht deren Ziel darin, die Interessen des KPCh-Regimes selbst zu schützen, und nicht darin, kommunistische Ideale zu verwirklichen oder um die internationale Vorherrschaft zu konkurrieren.
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Ich habe zahlreiche Artikel geschrieben, in denen ich das Wesen und die Geschichte Chinas analysiere. Darunter bieten „Ist China ein kommunistisches Land?“ und „Chinas Außenpolitik im Zeichen der Risikoaversion und des Grundsatzes ‚Stabilität über alles‘“ kurze Analysen und Kommentare zu diesen Fragen. Im Folgenden teile ich diese Artikel zur Information.
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Trump ist gegen den Kommunismus, nähert sich aber Xi Jinping, dem Führer der Kommunistischen Partei Chinas, an: Ist das heutige China ein kommunistisches Land?
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Kürzlich besuchte Xi Jinping (习近平), Generalsekretär der Kommunistischen Partei Chinas (中国共产党) und Staatspräsident Chinas, die Vereinigten Staaten, wo er von US-Präsident Donald Trump herzlich empfangen wurde. Dies geschah vor dem Hintergrund einer deutlichen Verbesserung der Beziehungen zwischen China und den Vereinigten Staaten. Einige Menschen haben diese Annäherung kritisiert. So zitierte beispielsweise ein Artikel der New York Times Äußerungen von Wissenschaftlern, die darauf hinwiesen, dass Trump noch einen Monat zuvor erklärt hatte, „der Kommunismus ist die größte Bedrohung, der unser Land in seiner Geschichte ausgesetzt war“, nun aber dem Führer eines mächtigen kommunistischen Landes „schmeichle“. Auch zahlreiche andere Kommentatoren kritisierten diesen scheinbaren Widerspruch: Trump lehnt den Kommunismus ab und empfängt gleichzeitig den Führer der größten kommunistischen Partei der Welt mit großer Herzlichkeit.
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Spiegelt dies also einen Widerspruch bei Trump und mangelnde Aufrichtigkeit in seiner Ablehnung des Kommunismus wider? Der Schlüssel zur Beurteilung dieser Frage liegt darin, festzustellen, ob China tatsächlich ein kommunistisches Land ist, ob die Kommunistische Partei Chinas eine Politik verfolgt, die mit dem Kommunismus zusammenhängt, und ob Xi Jinping und die führenden Funktionäre der KPCh wirklich an kommunistische Ideen und Grundsätze glauben und sich nach ihnen richten. Dies sind an sich schon wichtige Fragen, die eine sorgfältige Diskussion und Analyse verdienen. Es geht nicht nur darum, festzustellen, ob Trump sich selbst widerspricht, sondern auch darum, ob die Wahrnehmungen und Urteile über China innerhalb und außerhalb des Landes zutreffend sind und ob es möglich ist, die China-Frage rational und auf der Grundlage von Fakten zu behandeln.
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Zunächst muss besonders klargestellt werden, dass China tatsächlich ein autoritärer Staat ist, dass die KPCh eine autoritäre Partei ist, die die Macht monopolisiert, und dass Xi Jinping zweifellos ein Diktator ist. Autoritarismus und Diktatur dürfen jedoch nicht mit Kommunismus gleichgesetzt werden. Tatsächlich handelt es sich um zwei unterschiedliche Dimensionen, auch wenn sie sich gelegentlich überschneiden können.
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Was ist „Kommunismus“? Eine genaue und detaillierte Beschreibung ist ziemlich komplex. Einfach und allgemeinverständlich erklärt handelt es sich um eine Gesellschaft, in der sämtliche materiellen Güter und der gesamte Reichtum im Überfluss vorhanden sind und sich in kollektivem Eigentum befinden, in der die Menschen eine gleichmäßige Verteilung erhalten, die soziale Absicherung außerordentlich umfassend ist, Klassenunterschiede und Unterschiede im sozialen Status beseitigt sind und es weder Unterscheidungen zwischen Nationalitäten noch nationale Grenzen gibt. Selbstverständlich ist dies die von Karl Marx entworfene Vorstellung des Kommunismus, der kommunistische Idealzustand, den bis heute kein Land und keine Region erreicht hat.
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Wenn wir die Definition von „Kommunismus“ in einem weiteren Sinne verstehen und insbesondere auf Länder ausdehnen, die von Parteien leninistischen Typs regiert wurden, welche sich zum Kommunismus bekannten, wie die ehemalige Sowjetunion und die früheren sozialistischen Staaten Osteuropas, dann gehören zu den Merkmalen dieses „Kommunismus“ das umfassende öffentliche Eigentum an der Volkswirtschaft, das Modell der Planwirtschaft, das Machtmonopol der Kommunistischen Partei und die Ablehnung der kapitalistischen Lebensweise. Während der Ära Mao Zedongs (毛泽东) verkörperte China zwar nicht den von Marx entworfenen typischen Kommunismus und unterschied sich auch erheblich vom sowjetischen und osteuropäischen Modell. Dennoch erlauben seine radikal linke Ausrichtung, die Agrarrevolution, die Abschaffung des Privateigentums, das umfassende öffentliche Eigentum, die Beseitigung der Märkte und des privaten Handels (wobei lediglich einige „Schwarzmärkte“ und „Untergrundmärkte“ überlebten) sowie die Betonung des Klassenkampfes, dieses System als eine dem Kommunismus relativ nahestehende Form des Sozialismus zu betrachten.
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Unabhängig davon, welchen Maßstab man anlegt, entspricht das heutige China jedoch weder der Definition eines „kommunistischen Landes“ noch weist es dessen Merkmale auf. Im wirtschaftlichen Bereich praktiziert China eine Marktwirtschaft und keine Planwirtschaft. Hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse bestehen die sogenannte „Staatswirtschaft“ und die Privatwirtschaft nebeneinander. Die chinesischen „Staatsunternehmen“ sind keine Unternehmen, die tatsächlich der gesamten Bevölkerung gehören. Sowohl hinsichtlich der tatsächlichen Eigentumsverhältnisse als auch ihres Geschäftsmodells und der Verteilung ihrer Gewinne handelt es sich um Unternehmen des Staatskapitalismus beziehungsweise bürokratischen Kapitalismus. Andererseits weist die riesige Privatwirtschaft, die private Unternehmen und individuelle wirtschaftliche Tätigkeiten umfasst, eindeutig nichtkommunistische wirtschaftliche Merkmale auf. Der chinesische Markt ist außerdem von einem intensiven Wettbewerb geprägt und verfügt über Wertpapierbörsen und verschiedene Investitionsplattformen, allesamt Merkmale des Kapitalismus. China hat auch die Ausrichtung, „den Klassenkampf als leitendes Prinzip zu betrachten“ (以阶级斗争为纲), längst aufgegeben und konzentriert seine Politik stattdessen auf den wirtschaftlichen Aufbau, die Entwicklung der Produktivkräfte, die Stärkung des Landes und die Steigerung des Wohlstands der Bevölkerung.
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Was das Verteilungssystem betrifft, so ist China nicht nur weit davon entfernt, ein hohes Maß an sozialer Wohlfahrt, Einkommensgleichheit oder eine Verteilung nach geleisteter Arbeit beziehungsweise nach den Bedürfnissen jedes Einzelnen zu gewährleisten. Im Gegenteil: Es gehört zu den Ländern mit den größten Ungleichheiten zwischen Arm und Reich, dem geringsten Niveau sozialer Absicherung und den größten Unterschieden bei den Sozialleistungen, die verschiedene Bevölkerungsgruppen erhalten. So liegt beispielsweise der Gini-Koeffizient Chinas zwischen 0,45 und 0,6, und die Ungleichheit zwischen Arm und Reich übertrifft diejenige der überwiegenden Mehrheit der Länder. Staatsbeamte, abhängig Beschäftigte, Stadtbewohner und Landwirte erhalten völlig unterschiedliche Leistungen bei der medizinischen Versorgung, den Renten und anderen Formen der sozialen Sicherung. Die Altersrenten von Beamten betragen häufig mehrere Tausend oder sogar mehr als zehntausend Yuan monatlich, während die Renten von Landwirten kaum über 100 Yuan liegen. Die chinesische Grundsicherungsleistung ist nicht nur niedrig, sondern auch äußerst schwer zu beantragen. Die chinesischen Behörden, einschließlich Xi Jinping selbst, haben wiederholt ausdrücklich erklärt, dass China „nicht in die Falle des Wohlfahrtsstaatsdenkens geraten dürfe“ (福利主义陷阱), und betonen stattdessen die Fähigkeit, Entbehrungen zu ertragen, harte Arbeit und die Wertschätzung individueller Anstrengungen.
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Im politischen Bereich stimmt es, dass die Kommunistische Partei Chinas die Macht durch ein Einparteiensystem monopolisiert. Es handelt sich jedoch weder um eine „kommunistische Diktatur“ noch um eine „Diktatur des Proletariats“, sondern um die autoritäre Herrschaft einer riesigen Interessengruppe namens „Kommunistische Partei“. Zu ihren Mitgliedern gehören Eliten aus verschiedenen Bereichen und privilegierte Gruppen, die von dem System profitieren, und die Partei stützt sich bei der Ausarbeitung und Umsetzung ihrer Politik auf Technokraten. Obwohl sich das Parteiprogramm der KPCh und die chinesische Verfassung auf der formalen ideologischen Ebene zum Kommunismus bekennen und dessen Verwirklichung als Ziel festlegen, ist die tatsächlich umgesetzte Politik pragmatisch und weder der kommunistischen Ideologie unterworfen noch von ihr geleitet. Die kommunistische Ideologie wird durchaus genutzt, um der autoritären Herrschaft bestimmte theoretische Rechtfertigungen zu liefern und als Propagandainstrument zu dienen, allerdings nur in bestimmten Bereichen und auf oberflächliche und formale Weise.
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Auch in den Bereichen Kultur, Bildung und gesellschaftliches Leben weist das heutige China insgesamt keine bedeutenden kommunistischen Merkmale auf. Obwohl die Behörden weiterhin Inhalte verbreiten, die mit der kommunistischen Ideologie zusammenhängen, etwa die „sozialistischen Grundwerte“ (社会主义核心价值观) und die „rote Geschichte“ (红色历史), sind diese Initiativen weitgehend rein formal und dringen nicht tief in den Alltag der Menschen ein. Obwohl die meisten Chinesen eine mit dem Sozialismus beziehungsweise Kommunismus verbundene Erziehung und Propaganda erfahren haben, sind auch diese Bildungs- und Propagandaaktivitäten oberflächlich und formalistisch. Die überwiegende Mehrheit der Menschen glaubt nicht wirklich an diese Ideen, und die Behörden verlangen auch nicht, dass die Bevölkerung den Kommunismus in die Praxis umsetzt. Die chinesische Bevölkerung ist im Allgemeinen pragmatisch und utilitaristisch, und ihre wichtigsten Lebensziele bestehen darin, Geld und andere Vorteile zu erlangen. Auch die Funktionäre streben intensiv nach Macht und anderen Vorteilen statt nach kommunistischen Zielen. Dies gilt auch für die höchsten Führungspersönlichkeiten der KPCh, darunter ihren Generalsekretär Xi Jinping. Ihre Äußerungen und Handlungen im Laufe der Jahre zeigen, dass sie keine wirklichen Anhänger des Kommunismus sind, sondern pragmatische Politiker, deren grundlegendes Ziel darin besteht, ihre eigenen Interessen und diejenigen der herrschenden Gruppe zu verteidigen.
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Mehr noch: Die herrschende Gruppe der KPCh unterdrückt, überwacht und bestraft sogar Chinesen, die aufrichtig an den Kommunismus, Marxismus und Maoismus glauben. Beispielsweise setzten sich die „marxistischen Vereinigungen“ an Universitäten wie der Peking-Universität (北京大学) für Arbeitnehmerrechte ein, organisierten Arbeiterbewegungen und kritisierten die kapitalistische Politik der gegenwärtigen Machthaber. Infolgedessen wurden diese Vereinigungen verboten, und ihre Mitglieder wurden zu Verhören vorgeladen oder sogar festgenommen. Im Jahr 2018 brach in Shenzhen (深圳) die „Jasic-Arbeiterbewegung“ (佳士工运) aus, an der maoistische Studenten und Arbeiter beteiligt waren. Die Bewegung wurde von der Polizei eingekesselt und unterdrückt, bis sie schließlich niedergeschlagen wurde. Die KPCh stigmatisiert auch westliche linke Organisationen und kommunistische Gruppen, die sich mit chinesischen Arbeiterbewegungen und anderen kommunismusbezogenen Aktivitäten solidarisieren, bezeichnet sie als „feindliche ausländische Kräfte“ (境外敌对势力) und verhindert, dass sie innerhalb Chinas Einfluss ausüben. Selbst chinesische Maoisten werden von der herrschenden Gruppe der KPCh heute als Instabilitätsfaktoren betrachtet und überwacht und kontrolliert, um zu verhindern, dass sie die Fähigkeit entwickeln, das bestehende System zu stürzen.
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Selbstverständlich gibt es viele weitere Merkmale und Beispiele, die den „nichtkommunistischen“ Charakter des von der KPCh regierten Chinas belegen. Aus Platzgründen werde ich sie jedoch nicht einzeln aufzählen. Die vorstehenden Beispiele reichen aus, um zu zeigen, dass das heutige China kein kommunistisches Land ist und die Kommunistische Partei Chinas keine kommunistische Politik mehr verfolgt. Im Gegenteil: Das heutige China weist zahlreiche typische Merkmale des Kapitalismus auf und hat viele Gemeinsamkeiten mit dem ungezügelten Kapitalismus des 19. Jahrhunderts im Westen (extrem niedriges Niveau sozialer Absicherung, gnadenloser Wettbewerb, Missachtung der Bürgerrechte und Vernachlässigung der menschlichen Kosten der Entwicklung). Darüber hinaus hat das chinesische Entwicklungsmodell bestimmte Elemente des Neoliberalismus selektiv übernommen, seine mit Freiheit und Demokratie verbundenen Bestandteile verworfen und seine utilitaristischen und sozialdarwinistischen Merkmale verstärkt.
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Was den „Sozialismus“ betrifft, der dem Kommunismus nahesteht, sich aber von ihm unterscheidet und gewissermaßen eine Anfangsstufe des Kommunismus darstellt, entspricht China weder der marxistischen Definition eines sozialistischen Staates noch dem sozialistischen System sowjetischen, leninistischen Typs. Im Gegenteil: Die Länder der Europäischen Union, das Vereinigte Königreich, Kanada und andere Länder, die über ein relativ hohes Niveau sozialer Wohlfahrt, Rechtsstaatlichkeit, strengere Regulierungen und ein stärkeres Bewusstsein für Gleichheit verfügen, stehen dem „Sozialismus“ in seinem allgemeinen Sinne und den ursprünglichen Absichten von Marx näher. Dagegen bewahrt der „Sozialismus chinesischer Prägung“ (中国特色社会主义) lediglich die nominelle Behauptung, sozialistisch zu sein, und das leninistische Parteimodell. In seinen politischen Ausrichtungen, seiner öffentlichen Politik und den Merkmalen der von ihm geschaffenen chinesischen Gesellschaft weist er wesentlich mehr Gemeinsamkeiten mit dem Kapitalismus auf.
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Daher besteht kein Widerspruch darin, dass Trump den Kommunismus scharf kritisiert und gleichzeitig Freundschaft gegenüber der KPCh und ihrem Generalsekretär Xi Jinping bekundet. Offensichtlich betrachtet Trump China nicht als kommunistisches Land und Xi Jinping nicht als kommunistischen Führer – eine Einschätzung, die den Tatsachen entspricht. Ein weiteres Beispiel ist der Milliardär Elon Musk, der den Kommunismus häufig kritisiert, gleichzeitig aber Sympathie für China zeigt und zahlreiche Kooperationsbeziehungen mit den chinesischen Behörden unterhält. Seine Annäherung an das von der KPCh regierte China beruht auf ähnlichen Motiven. Musk hat Tesla-Fabriken in China errichtet, wo er billige Arbeitskräfte, das durch den Staatsapparat gewährleistete stabile gesellschaftliche Umfeld und die Unterdrückung von Arbeiterbewegungen nutzen kann, um zu geringeren Kosten und unter günstigeren und stabileren Bedingungen zu produzieren. China verfügt außerdem über eine riesige wohlhabende Bevölkerung und einen gewaltigen Markt, wodurch Musk außerordentliche Gewinne erzielen kann. Sowohl auf der Produktions- als auch auf der Konsumseite ist China ein fruchtbarer Boden für ausländische Kapitalisten.
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Somit ist China zwar ein autoritäres Land und Xi Jinping ein Diktator, doch China ist kein kommunistisches Land und Xi Jinping kein Anhänger des Kommunismus. Wer Trumps freundliche Haltung gegenüber dem KPCh-Regime und Xi Jinping ablehnt, kann ihn dafür kritisieren, dass er Diktatoren bewundert und demokratische Werte missachtet. Sein Verhalten widerspricht jedoch tatsächlich nicht seiner antikommunistischen Haltung. Auch die Einschätzung Trumps, Musks und anderer Persönlichkeiten, dass China kein kommunistisches Land sei, ist zutreffend.
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Dennoch betrachten viele Chinesen und Ausländer China weiterhin als „kommunistisches Land“, obwohl das Land jahrzehntelange Reformen und Öffnung durchlaufen hat, kapitalistische Elemente praktisch alle Bereiche der chinesischen Gesellschaft durchdrungen haben, der Kommunismus auf einen bloßen Slogan reduziert wurde und auch der Sozialismus nicht mehr der Realität entspricht. Dies ist eindeutig ein Fehler. Diese falsche Interpretation führt außerdem dazu, dass viele Menschen verzerrte Einschätzungen Chinas vornehmen und ihre Aufmerksamkeit von den wichtigsten Veränderungen, die das Land benötigt, und den wirklichen Zielen, für die gekämpft werden muss, ablenken. Für Chinesen und Ausländer, die sich gegen den Autoritarismus der KPCh und die Diktatur Xi Jinpings stellen, sollte die oberste Priorität darin bestehen, Autoritarismus und Totalitarismus zu bekämpfen und das Machtmonopol der KPCh sowie die Unterdrückung individueller Freiheiten zu kritisieren, anstatt ihre Angriffe auf den „Kommunismus“ zu konzentrieren.
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Chinas Außenpolitik im Zeichen der Sorge um die Legitimität und Stabilität des Regimes: Risikoaversion und „Stabilität über alles“. Die Gründe für Chinas zurückhaltende Reaktion auf die Angriffe der Vereinigten Staaten gegen Venezuela, Iran und andere Länder
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Zwischen Ende Februar und Anfang März 2026 führten die Vereinigten Staaten und Israel massive Angriffe gegen den Iran durch, bei denen der oberste iranische Führer Ali Chamenei und zahlreiche hochrangige Funktionäre getötet wurden. China, das als wichtiger Verbündeter Irans gilt, beschränkte sich jedoch darauf, die Vereinigten Staaten und Israel verbal zu verurteilen, ohne Iran wirksame militärische Hilfe, nachrichtendienstliche Unterstützung oder irgendeine andere Form von Hilfe zu gewähren. Auch die Beziehungen zwischen China und den Vereinigten Staaten wurden dadurch nicht beeinträchtigt.
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Im Januar hatten die Vereinigten Staaten eine Militäroperation gegen Venezuela durchgeführt, ein weiteres Land, das den Vereinigten Staaten feindlich gegenübersteht und freundschaftliche Beziehungen zu China unterhält, und den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro gefangen genommen. Auch Chinas Reaktion beschränkte sich auf eine verbale Verurteilung, ohne substanzielle Maßnahmen zu ergreifen, um den Vereinigten Staaten entgegenzutreten oder Venezuela zu helfen.
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Dies überraschte viele Menschen, die sich für internationale Beziehungen und chinesische Angelegenheiten interessieren. Sie fanden es merkwürdig, dass China untätig blieb, während Iran und Venezuela, die als seine beiden „Verbündeten“ gelten, schweren amerikanischen Sanktionen und Angriffen ausgesetzt waren und ihre höchsten Führungspersönlichkeiten Ziel von „Enthauptungsoperationen“ wurden, ohne dass China einem der beiden Länder half oder Vergeltungsmaßnahmen gegen die Vereinigten Staaten ergriff.
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Die Verwirrung vieler Menschen beruht zu einem großen Teil darauf, dass sie nicht wissen, welche grundlegenden Motive, Interessen und Wertvorstellungen die außen- und militärpolitischen Entscheidungen der chinesischen Herrschaftsgruppe tatsächlich bestimmen. Darüber hinaus verstehen viele Menschen auch das wahre Wesen der Beziehungen Chinas zu Iran, Venezuela und anderen Ländern, die scheinbar seine Verbündeten sind, nicht ausreichend.
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Seit der Gründung der von der Kommunistischen Partei Chinas (中国共产党) geführten Volksrepublik China (中华人民共和国) im Jahr 1949 hat die chinesische Außenpolitik zahlreiche Veränderungen und Höhen und Tiefen erlebt. Beispielsweise stellte sich China während der Ära Mao Zedongs (毛泽东) aktiv den Vereinigten Staaten und der Sowjetunion entgegen und förderte den „Export der Revolution“ (输出革命). Nach Beginn der Reform- und Öffnungspolitik (改革开放) verfolgte es eine Strategie des „Verbergens der eigenen Fähigkeiten und Abwartens des günstigen Zeitpunkts“ (韬光养晦), wobei es der Wirtschaft Vorrang einräumte. Seit den 2010er-Jahren nimmt China auf der internationalen Bühne wieder eine relativ entschiedenere Haltung ein.
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Eine genauere Analyse der chinesischen Diplomatie zeigt jedoch, dass sie insgesamt äußerst konservativ und zurückhaltend ist, dem Überleben und der Stabilität des Regimes absolute Priorität einräumt und sogar bereit ist, auf strategische Interessen im Ausland zu verzichten und Interventionen außerhalb des Landes abzulehnen, um Risiken zu vermeiden.
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Auf der Bandung-Konferenz (万隆会议) von 1955 stellte die Delegation der Volksrepublik China unter der Leitung von Ministerpräsident Zhou Enlai (周恩来) die „Fünf Prinzipien der friedlichen Koexistenz“ (和平共处五项原则) vor und betonte die Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder. Dazu gehörte auch der Verzicht darauf, die chinesische Staatsangehörigkeit der in Südostasien lebenden ethnischen Chinesen sowie die entsprechenden Verantwortlichkeiten ihnen gegenüber anzuerkennen. Die „Fünf Prinzipien“, deren Mittelpunkt der gegenseitige Respekt vor der Souveränität und die Nichteinmischung in innere Angelegenheiten bilden, sowie der Geist der Bandung-Konferenz beeinflussten die Außenbeziehungen Chinas in den folgenden Jahrzehnten bis in die Gegenwart tiefgreifend. Sie sind weiterhin grundlegende Prinzipien der chinesischen Außenpolitik.

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Nach dem Ende der „Kulturrevolution“ (文化大革命) und dem Beginn der „Reform und Öffnung“ legte China in seiner Außenpolitik noch größeren Wert auf wirtschaftliche Interessen und friedliche Entwicklung und zeigte eine starke Abneigung gegen Probleme und Kriegsrisiken, die aus Interventionen in anderen Ländern entstehen könnten. Der chinesisch-vietnamesische Krieg von 1979 (中越战争) war eine seltene Ausnahme, blieb jedoch auf einen begrenzten Konflikt beschränkt und verfolgte unter anderem auch das Ziel, dem Westen entgegenzukommen. Während der 1990er-Jahre, als die nationale und internationale Lage zeitweise äußerst ungünstig war, vermieden die chinesischen Machthaber Konflikte mit den Vereinigten Staaten noch stärker. Selbst als es zum Zwischenfall mit dem Schiff Yinhe (银河号), das vom US-Militär zwangsweise inspiziert wurde, und zur Bombardierung der chinesischen Botschaft in Jugoslawien (南联盟大使馆被炸事件) kam, reagierte China nicht militärisch.
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Damals war China noch weniger bereit, sich zur Verteidigung anderer Länder den Vereinigten Staaten entgegenzustellen. Die offizielle chinesische Propaganda für die eigene Bevölkerung enthielt reichlich antiamerikanische, antiwestliche und patriotische beziehungsweise nationalistische Inhalte. Ziel war es, die Bevölkerung um die Machthaber zu vereinen und die von außen kommenden „Farbrevolutionen“ (颜色革命) und die „friedliche Evolution“ (和平演变) zu bekämpfen. In internationalen Angelegenheiten verfolgte China jedoch weiterhin die Strategie, „die eigenen Fähigkeiten zu verbergen und den günstigen Zeitpunkt abzuwarten“, im Dienste der innenpolitischen Stabilität und der wirtschaftlichen Entwicklung. Als Indien 1998 Atomtests durchführte, verhängten die Vereinigten Staaten aktiv Sanktionen gegen Indien, während China zurückhaltend reagierte. Während der antichinesischen Massaker in Indonesien 1998 (印尼排华屠杀) verhängte China keine Sanktionen; dagegen ergriffen Länder wie die Vereinigten Staaten, Kanada und Australien Sanktionen und Rettungsmaßnahmen. Als die Vereinigten Staaten 2003 in den Irak einmarschierten, fiel Chinas Widerstand sogar weniger entschieden aus als der französische. Bei diesen Ereignissen gingen die Verurteilungen und Sanktionen vieler Länder über diejenigen Chinas hinaus, obwohl China stärker mit den Ereignissen verbunden war und nach gängigen Stereotypen als entschieden antiamerikanisches Land galt.
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Nur in der Taiwan-Frage (台湾问题) nehmen die chinesischen Behörden eine äußerst entschiedene Haltung ein, bis hin zur Bereitschaft, staatliche Ressourcen und sogar militärische und wirtschaftliche Macht einzusetzen, um andere Länder unter Druck zu setzen und von ihnen zu verlangen, den Grundsatz zu respektieren, dass „es nur ein China gibt und die Volksrepublik China die einzige legitime Regierung Chinas ist“. Aus der Sicht Pekings gehört die Taiwan-Frage jedoch eindeutig zu Chinas inneren Angelegenheiten und steht zudem in direktem Zusammenhang mit der Legitimität des Regimes in Peking. Deshalb misst es ihr besondere Bedeutung bei und ist bereit, andere Länder ohne Rücksicht auf die Kosten unter Druck zu setzen. China vertritt auch in Bezug auf Hongkong (香港), Xinjiang (新疆) und Tibet (西藏) aus denselben Gründen sehr entschiedene Positionen.
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Bei internationalen Fragen, die sich außerhalb Chinas abspielen und weder Taiwan noch Hongkong, Xinjiang oder Tibet betreffen, hat China dagegen stets Zurückhaltung gezeigt und versucht, eine Verwicklung in Konflikte zu vermeiden. Beispielsweise gilt China in der israelisch-palästinensischen Frage traditionell als palästinafreundlich und israelkritisch. Wenn Israel jedoch Palästina angreift, beschränkt sich China auf verbale Verurteilungen, ohne tatsächliche Sanktionen zu verhängen, und unterhält weiterhin zahlreiche Handels-, Wirtschafts- und sogar Militärbeziehungen zu Israel. Seine Opposition gegen Israel ist weniger entschieden als diejenige der meisten Länder der Dritten Welt.
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In den vergangenen zehn bis fünfzehn Jahren ist China auf der internationalen Bühne aktiver geworden und hat sich von der Strategie, „die eigenen Fähigkeiten zu verbergen und den günstigen Zeitpunkt abzuwarten“, zu einer relativ entschiedeneren Haltung bewegt. Die Äußerungen und Handlungen einiger Diplomaten wurden sogar als „Wolfskrieger-Diplomatie“ (战狼外交) bezeichnet. China hat auch an Orten wie dem Südchinesischen Meer (南海) Aggressivität gezeigt. Dennoch vermeidet es weiterhin, sich in die inneren Angelegenheiten anderer Länder sowie in Konflikte und Streitigkeiten zwischen Drittstaaten einzumischen, und ist auch nicht bereit, prochinesischen Kräften einen „Schutzschirm“ zu bieten.
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Beispielsweise wurde gegen den ehemaligen philippinischen Präsidenten Rodrigo Duterte, der China relativ nahestand, ein Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs erlassen. Zu einem bestimmten Zeitpunkt reiste er nach Hongkong und zeigte die Absicht, China um Hilfe zu bitten. Die chinesischen Behörden gewährten ihm jedoch keinerlei Unterstützung, und schließlich kehrte er auf die Philippinen zurück, um sich den Behörden zu stellen. Als das Regime von Baschar al-Assad Ende 2024 in Syrien zusammenbrach, bewahrte China ebenfalls eine neutrale Haltung. Baschar al-Assad und seine Ehefrau, die China zuvor besucht hatten und herzlich empfangen worden waren, suchten Zuflucht in Russland und nicht in China.
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Kehren wir zu Venezuela und Iran zurück. China unterhält tatsächlich relativ freundschaftliche Beziehungen zu beiden Ländern und ihren Machthabern sowie recht enge wirtschaftliche und handelspolitische Beziehungen. Das Überleben oder der Sturz sowie der Aufstieg oder Niedergang dieser beiden Länder und ihrer Regime stellen jedoch keine grundlegenden Interessen für die chinesischen Machthaber dar. Darüber hinaus sind Venezuela und Iran auch keine wirklichen „Verbündeten“ Chinas, sondern Länder, mit denen es begrenzte Kooperationsbeziehungen unterhält.
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Venezuela und Iran verfügen über reichhaltige Erdöl- und Erdgasvorkommen, während China einen großen Energiebedarf hat. Beide Länder unterhalten außerdem schlechte Beziehungen zum Westen und stellen sich aktiv gegen die Vereinigten Staaten. Daher teilen sie bestimmte Standpunkte und Ziele mit China, das westliche Werte ablehnt und intensiv mit den Vereinigten Staaten konkurriert. Ihre Gemeinsamkeiten gehen jedoch kaum darüber hinaus. Es bestehen auch zahlreiche Unterschiede, und die Zusammenarbeit ist begrenzt. China hat weder mit Venezuela noch mit Iran militärische Bündnis- und Beistandsverträge geschlossen und stationiert auch in keinem der beiden Länder Truppen.
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Selbstverständlich wünscht China nicht, dass Venezuela und Iran von den Vereinigten Staaten angegriffen oder ihre Regime gestürzt werden. Es ist jedoch auch nicht bereit, das Risiko eines militärischen Konflikts auf sich zu nehmen, um ihnen militärische Hilfe zu leisten oder Sanktionen gegen die Vereinigten Staaten zu verhängen. Selbst wenn in beiden Ländern ein „Regimewechsel“ stattfinden und proamerikanische Kräfte an die Macht gelangen sollten, würde China gewisse Verluste erleiden, könnte diese aber hinnehmen und weiterhin Wirtschafts- und Handelsbeziehungen mit den neuen Regierungen unterhalten. Beispielsweise ging der Handel zwischen China und dem Irak nach dem Sturz des Regimes von Saddam Hussein nicht zurück, sondern nahm zu. Auch die Ölförderaktivitäten chinesischer Unternehmen wurden ausgeweitet. Selbst wenn Trump aus übermäßigem Ehrgeiz versuchen sollte, die Ressourcen und Gewinne Venezuelas und Irans zu monopolisieren, würde China lieber auf seine Interessen in beiden Ländern verzichten, als ihnen militärische Hilfe zu leisten oder Sanktionen gegen die Vereinigten Staaten zu verhängen, um amerikanische Vergeltungsmaßnahmen zu vermeiden, die ihm noch größere Verluste zufügen könnten.
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Viele internationale Beobachter sind überrascht und verstehen nicht, warum China seine prochinesischen „Verbündeten“ in Gefahr „ihrem Schicksal überlässt“. Dies liegt häufig daran, dass sie das wahre Wesen der Beziehungen Chinas zu diesen vermeintlichen „verbündeten Ländern“ nicht kennen und noch weniger die grundlegenden Ziele verstehen, an denen sich die verschiedenen Entscheidungen der chinesischen Herrschaftsgruppe orientieren.
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Da die Volksrepublik China über kein wirklich demokratisches System verfügt und die herrschende Gruppe der KPCh kein Mandat durch demokratische Wahlen erhalten hat, sind die Legitimität und Stabilität ihrer Macht zwangsläufig und langfristig Krisen und Herausforderungen ausgesetzt. Die herrschende Gruppe der KPCh, die China beherrscht, erscheint mächtig, ist in Wirklichkeit jedoch fragil und lebt in einem Zustand der Unsicherheit. Seit Jahrzehnten sorgt sich die KPCh, die die Macht in China kontrolliert und über dessen Innen- und Außenpolitik entscheidet, um Herausforderungen für die innere Stabilität und um das Überleben des Regimes. Zugleich fürchtet sie, dass eine von außen geförderte „friedliche Evolution“ sie stürzen könnte. Deshalb müssen alle ihre innen- und außenpolitischen Maßnahmen dem Fortbestand des Regimes und seiner politischen Sicherheit untergeordnet sein, ihnen dienen und ihnen gegenüber zurücktreten. Folglich empfinden die chinesischen Machthaber eine extreme Abneigung gegen jedes Risiko, das dieses grundlegende Ziel gefährden könnte, und sind bereit, in anderen Bereichen Kosten zu tragen, um solche Risiken zu vermeiden. Selbst nationale Interessen, internationaler Einfluss, Wirtschafts- und Handelsbeziehungen sowie wirtschaftliche Vorteile müssen der politischen Sicherheit untergeordnet werden.
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Im Vergleich zu den häufigen Machtmissbräuchen und der Unterdrückung der Bevölkerung im eigenen Land zeigt die chinesische Herrschaftsgruppe in außenpolitischen Angelegenheiten eine besondere Zurückhaltung und handelt wesentlich vorsichtiger und konservativer als in inneren Angelegenheiten. Dies liegt daran, dass die KPCh im Gegensatz zur Situation innerhalb Chinas, wo sie die Lage vollständig kontrollieren kann, Schwierigkeiten hat, ausländische Länder und außenpolitische Angelegenheiten wirksam zu kontrollieren. Sobald ein Streit mit einem ausländischen Staat oder ausländischen Staatsbürgern entsteht, fällt es dem chinesischen Staatsapparat schwer, den Konflikt zu unterdrücken. Dieser kann zudem die Beziehungen zu anderen Ländern beeinträchtigen, das Ansehen der KPCh schädigen und die Stabilität des Regimes innerhalb Chinas gefährden. Deshalb wurde seit der Ära Zhou Enlais der Grundsatz aufgestellt, dass „es in der Diplomatie keine Kleinigkeiten gibt“ (外交无小事). Bei der Behandlung jeder außenpolitischen Angelegenheit bemüht man sich, mit größtmöglicher Zurückhaltung vorzugehen, Probleme durch Verständigung zu lösen und Konflikte zu vermeiden.
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Obwohl China seit Langem in einem Gegensatz zum Westen steht und beide Seiten einander misstrauen und obwohl sein Wettbewerb und seine Konfrontation mit den Vereinigten Staaten besonders intensiv sind, bemühen sich die chinesischen Machthaber auch darum, den Zorn der Vereinigten Staaten nicht zu provozieren und einen offenen Krieg zu vermeiden. Ein Krieg sowie schwere westliche Sanktionen könnten verschiedene Kettenreaktionen auslösen und die chinesische Innenpolitik beeinträchtigen. Deshalb ist Chinas Konfrontation mit den Vereinigten Staaten und dem Westen zugleich entschieden und zurückhaltend und konzentriert sich hauptsächlich auf die innenpolitische Propaganda sowie darauf, die vom Westen geförderte „friedliche Evolution“ und die „Farbrevolutionen“ zu verhindern. Dagegen beobachtet China das Vorgehen der Vereinigten Staaten und des Westens in anderen Ländern von außen, ohne sich einzumischen, um zu verhindern, dass der Konflikt letztlich China selbst direkt betrifft. Chinas Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Länder und seine Zurückhaltung in internationalen Fragen, mit der es versucht, eine Verwicklung in Streitigkeiten zu vermeiden, dienen auch dazu, andere Länder dazu zu bewegen, sich nicht in Chinas innere Angelegenheiten und Menschenrechtsfragen einzumischen. Zugleich soll verhindert werden, dass sich chinesische und ausländische Kräfte, die gegen die KPCh gerichtet sind, zusammenschließen, um sie zu stürzen. Auf diese Weise soll die Stabilität ihrer Herrschaft gefördert werden.
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Darüber hinaus ist die KPCh, insbesondere die chinesische Herrschaftsgruppe seit Beginn der Reform- und Öffnungspolitik 1978 bis heute, äußerst pragmatisch. Für die chinesische Herrschaftsgruppe und die privilegierten Kreise, die von dem System profitieren, sind konkrete wirtschaftliche Gewinne und verschiedene materielle Vorteile wesentlich wichtiger und attraktiver als Ideologie, der Wettbewerb um internationale Vorherrschaft, Revolution oder Krieg. Selbstverständlich stellt auch die Bewahrung der Herrschaft des Regimes ein besonders wichtiges Interesse dar. Von den hohen Bürokraten bis zu den Funktionären der mittleren und unteren Ebenen sind die Mitglieder der KPCh kalte, berechnende Technokraten und Konservative, die ihre eigenen Interessen in den Vordergrund stellen. Dies bedeutet, dass die chinesische Herrschaftsgruppe auch nicht aus emotionalen Impulsen handelt, sondern äußerst rational und pragmatisch. Sie wird nicht das Risiko eingehen, andere Länder anzugreifen, insbesondere so mächtige Staaten wie die Vereinigten Staaten, nur aus Gründen der internationalen Gerechtigkeit, der Ideologie, der territorialen Expansion oder des Wettbewerbs um die Vorherrschaft.
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Im konkreten Fall Venezuelas und Irans unterhalten diese beiden Länder mit China weder eine nachbarschaftliche Beziehung und eine „Blutsallianz“ (血盟) wie Nordkorea, noch besitzen sie die gegenseitige strategische Bedeutung und Macht Russlands. Sie unterhalten nicht einmal so enge und herzliche Beziehungen zu China wie Kambodscha. Deshalb sind sie noch weiter davon entfernt, zu den grundlegenden Interessen Chinas und zu den Ländern zu gehören, denen China militärischen Beistand zu leisten bereit wäre. China ist auch nicht bereit, sich wegen Venezuela und Iran mit den Vereinigten Staaten zu verfeinden und dadurch die chinesisch-amerikanischen Beziehungen sowie das bevorstehende Gipfeltreffen der Staatsoberhäupter zu beeinträchtigen.
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Obwohl die Gefangennahme des venezolanischen Präsidenten durch die amerikanischen Streitkräfte und die massiven Angriffe der Vereinigten Staaten und Israels gegen Iran, einschließlich der „Enthauptung“ Chameneis und zahlreicher weiterer Opfer, klare Verstöße gegen das Völkerrecht darstellen und obwohl viele Länder die Vereinigten Staaten verurteilt haben und es auch innerhalb der Vereinigten Staaten starke oppositionelle Stimmen gibt, reagiert China weiterhin zurückhaltend, und seine Opposition bleibt auf die verbale Ebene beschränkt. Wer von dieser Haltung überrascht ist und sie nicht versteht, muss lediglich die grundlegenden Interessen und die Motive hinter den Entscheidungen der chinesischen Machthaber sowie das wahre Wesen der Beziehungen Chinas zu Venezuela und Iran kennen, um zu verstehen, dass Chinas Verzicht auf Unterstützung für diese beiden Länder und seine gemäßigte und zurückhaltende Haltung unvermeidlich, vollkommen nachvollziehbar und mit der üblichen Linie seiner Außenpolitik vereinbar waren. All dies spiegelt auch den politischen und diplomatischen Hintergrund der chinesischen Herrschaftsgruppe wider: eine tief verwurzelte Risikoaversion und den Grundsatz „Stabilität über alles“ (稳定压倒一切), die aus ihrer Sorge um die Legitimität und Stabilität des Regimes hervorgehen.

(Die beiden Artikel wurden von Wang Qingmin (王庆民) verfasst, einem in Europa lebenden chinesischen Schriftsteller und Forscher für internationale Politik. Die Originaltexte sind auf Chinesisch verfasst.)


r/Geschichte • • 1d ago

Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold: Wie ein Münchner Fußballfunktionär gegen die Nazis kämpfte

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sueddeutsche.de
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r/Geschichte • • 1d ago

Gute deutsche YouTube-Känale für Geschichte

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Ein Verwandter hat KI-Slop für sich entdeckt und nun möchte ich ihn bessere Alternativen zeigen.
Es gibt etliche englische YouTube-Kanäle die versuchen Entertainment mit Geschichte zu verbinden jedoch scheint sowas in YT Deutschland zu fehlen. Entweder das, oder ich übersehe etwas.

Könntet ihr mir Kanäle empfehlen die qualitativ hochwertige und allen voran deutsche Geschichtsvideos machen?


r/Geschichte • • 1d ago

Stahlproduktion weltweit, 1800-2025

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Am weltweiten Anteil kann man auch in einem gewissen Maß die Bedeutung der jew. Länder ableiten.


r/Geschichte • • 2d ago

Was ist die Bedeutung dieser Zeichen im 2. Weltkriegstagebuch meines Uropas?

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r/Geschichte • • 1d ago

„Die Fünfte Republik“ als politisches Epos über Südkorea in den 1980er-Jahren: Der Kampf zwischen Demokratie und Diktatur, die verborgenen und brutalen Machtkämpfe an der Staatsspitze und die Lehren für andere Länder, die noch nicht demokratisch sind

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Die Fünfte Republik (Teil I): Die im Keim erstickte Demokratie und das Wiedererstarken der Diktatur
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Die 2005 ausgestrahlte südkoreanische Fernsehserie Die Fünfte Republik (The Fifth Republic) stellt umfassend dar, wie nach der Ermordung von Park Chung-hee eine von Chun Doo-hwan angeführte Militärgruppe eine autoritäre Herrschaft errichtete. Zugleich schildert sie den unbeugsamen Kampf jener Menschen in Südkorea, die nach Freiheit und Demokratie strebten, sowie zahlreiche Einzelheiten und verborgene Hintergründe der südkoreanischen Politik. Die Serie zeichnet sich durch eine außergewöhnlich hohe Qualität und hervorragende schauspielerische Leistungen aus. Ihre Handlung ist sowohl historisch fundiert als auch lebendig und fesselnd. Damit ist sie ein ausgezeichnetes Werk, um die politische Geschichte Südkoreas in den 1980er-Jahren, also während der sogenannten „Fünften Republik“, kennenzulernen.
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Nachdem engagierte Menschen in China die Serie mit chinesischen Untertiteln versehen hatten, verbreitete sie sich unter einem Teil der chinesischen Bevölkerung, der sich für Politik und Geschichte interessiert, und löste beträchtliche Resonanz aus. Dies liegt zu einem großen Teil daran, dass die Geschichte Südkoreas zahlreiche Ähnlichkeiten mit der chinesischen Geschichte aufweist. So ähneln die „Demokratisierungsbewegung von Gwangju“ im Jahr 1980 und ihre anschließende gewaltsame Niederschlagung in vielerlei Hinsicht der chinesischen Demokratiebewegung von 1989 und dem „Zwischenfall vom 4. Juni“, weshalb sie bei chinesischen Zuschauern leicht auf Resonanz stoßen. Aus politischen Gründen ist es im heutigen China zudem unmöglich, Filme über die moderne und zeitgenössische politische Geschichte Chinas zu produzieren. Auch die Diskussion über entsprechende Kapitel der chinesischen Geschichte ist tabu. Dies führt zusätzlich dazu, dass die Menschen ihre Gefühle und Hoffnungen auf diese südkoreanische Serie projizieren.
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Anders als die überwiegende Mehrheit südkoreanischer Fernsehserien, die sich mit Liebe, zwischenmenschlichen und moralischen Beziehungen oder legendären Geschichten beschäftigen, ist Die Fünfte Republik ein ernsthaftes historisches Drama. Abgesehen von einigen künstlerischen Bearbeitungen und subjektiven Interpretationen einzelner Details von Personen und Ereignissen orientiert sich die Haupthandlung streng an den historischen Tatsachen. Die historischen Quellen wurden sorgfältig ausgewählt und verarbeitet, und die Produktion ist von hoher Qualität. Durch diese Serie kann man sich einen allgemeinen Überblick über jene Epoche Südkoreas verschaffen, die von heftigen Auseinandersetzungen zwischen Diktatur und Demokratie sowie zwischen konservativen und progressiven Kräften geprägt war. (Für wissenschaftliche Forschung und andere fachliche Arbeiten sollte man selbstverständlich weiterhin auf die einschlägigen schriftlichen historischen Quellen zurückgreifen.)
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Zu Beginn rekonstruiert die Serie detailliert die Ermordung Park Chung-hees sowie die politischen, militärischen und geheimdienstlichen Veränderungen in Südkorea während des darauffolgenden Zeitraums von mehr als einem Monat (vom 26. Oktober bis zum 12. Dezember 1979) und das Handeln der verschiedenen beteiligten Persönlichkeiten. Die folgenden Ausführungen dieses Artikels beruhen auf der Serie und auf historischen Quellen.
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Im Oktober 1979 tötete Kim Jae-gyu, der damalige Direktor des südkoreanischen Zentralen Nachrichtendienstes, aufgrund persönlicher Feindschaften den Leiter des präsidialen Sicherheitsdienstes, Cha Ji-cheol, und erschoss zugleich Park Chung-hee, den Diktator der „Vierten Republik“. In diesem Moment hätte Südkorea möglicherweise das sogenannte „Yushin-System“ (das von Park errichtete autoritäre Herrschaftssystem, das von Militärs, Vertrauten und Technokraten dominiert wurde) beenden und den Weg zur Demokratisierung einschlagen können. Die drei damals mächtigsten Persönlichkeiten Südkoreas, nämlich der Generalstabschef des Heeres Jeong Seung-hwa, das nominelle Staatsoberhaupt und der amtierende Präsident Choi Kyu-hah sowie Kim Jae-gyu, der Park Chung-hee ermordet hatte, neigten alle dazu, die Einmischung des Militärs in die Politik zu beenden und Südkorea auf den Weg zur Demokratie zu führen. Die oppositionellen Demokraten, insbesondere Kim Young-sam und Kim Dae-jung, hatten sich ohnehin seit Langem für die demokratische Entwicklung Südkoreas eingesetzt. Nach der Ermordung Park Chung-hees feierten die Oppositionskräfte im Stillen und glaubten, die Demokratie stehe unmittelbar bevor.
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Doch genau zu diesem Zeitpunkt bereiteten Chun Doo-hwan und andere Vertraute, die Park Chung-hee zu Lebzeiten innerhalb des Militärs gefördert hatte, insgeheim einen Angriff auf die vorläufigen Machthaber um Jeong Seung-hwa vor. Sie waren unzufrieden mit deren demokratischer Orientierung und ihrer gleichgültigen Haltung gegenüber der Ermordung Park Chung-hees. Park Chung-hee hatte Chun Doo-hwan einst gefördert und begünstigt, und Chun war Park gegenüber außerordentlich loyal. Mithilfe der geheimen Organisation „Hanahoe“, die hauptsächlich aus Absolventen der südkoreanischen Militärakademie bestand, versammelte Chun Doo-hwan zahlreiche hochrangige Offiziere um sich, die konservativ eingestellt waren, dem „Yushin-System“ die Treue hielten, progressive Kräfte hassten und die Einführung der Demokratie ablehnten. Diese Offiziere, die vom Viersternegeneral über Generalmajore bis zu Stabsoffizieren reichten und auf verschiedene Einheiten der südkoreanischen Streitkräfte verteilt waren, umfassten unter anderem Roh Tae-woo, Jeong Ho-yong, Hwang Young-shi, Yoo Hak-seong, Park Hee-do und Jang Se-dong. Gemeinsam planten sie einen Militärputsch, um die höchste Staatsgewalt an sich zu reißen und das autoritäre Herrschaftssystem der Park-Chung-hee-Ära fortzuführen.
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Von diesen Putschplänen wussten die vorläufigen Machthaber um Generalstabschef Jeong Seung-hwa nahezu nichts. Sie kündigten nicht nur keinen Beginn der Demokratisierung an, sondern ließen stattdessen Kim Jae-gyu verhaften und machten den Park Chung-hee treu gebliebenen „Überresten des Yushin-Regimes“ Zugeständnisse. Die oppositionellen Demokraten wie Kim Young-sam und Kim Dae-jung beurteilten die Lage hingegen übermäßig optimistisch. Sie unterschätzten die Stärke der von Park Chung-hee hinterlassenen Machtstrukturen und die Gefahr einer erneuten Einmischung des Militärs in die Politik. Zwischen den verschiedenen Kräften, die die Demokratisierung unterstützten, fehlte es an gegenseitigem Vertrauen und Zusammenarbeit. Sie schlossen sich nicht wirksam zusammen, kooperierten nicht mit reformorientierten Kräften innerhalb der herrschenden Gruppe, bauten keine konkreten demokratischen politischen Institutionen auf und mobilisierten auch die Bevölkerung nicht aktiv zur Verteidigung der Demokratie. Dadurch befand sich Südkorea zu diesem Zeitpunkt faktisch in einem politischen Machtvakuum. Dies eröffnete Chun Doo-hwan und seinen Mitstreitern die Gelegenheit, durch einen Putsch die Macht zu ergreifen.
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In der Nacht des 12. Dezember 1979 führten Chun Doo-hwan und seine Verbündeten innerhalb des Militärs einen Staatsstreich durch. Zunächst setzten sie die in der Hauptstadt stationierten Truppen des 30. Wachregiments und des Sicherheitskommandos ein, um nach dem Prinzip „Zuerst den Anführer ausschalten“ den Generalstabschef Jeong Seung-hwa festzunehmen. Anschließend marschierten die über ganz Südkorea verteilten putschistischen Truppen, darunter die 1. und die 3. Luftlandebrigade, rasch in Richtung Hauptstadt. Putschgegner innerhalb des Militärs, darunter Jang Tae-wan, der Befehlshaber des Hauptstadt-Sicherheitskommandos, versuchten Widerstand zu leisten. Doch Chun Doo-hwans Seite hatte bereits die Initiative ergriffen. Außerdem verfügte sie über ein für die damalige Zeit hochentwickeltes militärisches Telefonüberwachungssystem und war deshalb über nahezu jede Bewegung der Putschgegner informiert. Dadurch konnten die putschistischen Truppen strategisch wichtige Punkte wie die Haengju-Brücke erfolgreich passieren und ungehindert Seoul erreichen. Der Widerstand der putschgegnerischen Militärs war weder entschlossen noch konsequent. Schließlich gaben sie nach, machten den Putschisten Zugeständnisse und kapitulierten.
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Das nominelle Staatsoberhaupt, der amtierende Präsident Choi Kyu-hah, unterzeichnete unter dem Druck Chun Doo-hwans und seiner Mitstreiter ein Dokument, mit dem er der Verhaftung Jeong Seung-hwas zustimmte. Damit erkannte er faktisch die Rechtmäßigkeit des Putsches an. Choi befand sich zu diesem Zeitpunkt allerdings bereits unter faktischem Hausarrest, weshalb seine erzwungene Unterschrift bis zu einem gewissen Grad nachvollziehbar war. Der höchste Vertreter des Militärs, Verteidigungsminister Roh Jae-hyun, hingegen kam nach Ausbruch des Putsches seinen Pflichten nicht nach. Stattdessen entschied er sich, mit seiner Familie aus seiner Amtsresidenz zu fliehen. Dies führte dazu, dass weder die Putschisten noch die Putschgegner ihn in einem entscheidenden Moment finden konnten. Roh Jae-hyuns Verhalten begünstigte objektiv den Staatsstreich Chun Doo-hwans. Hätte er sich damals auf die Seite der Putschgegner gestellt und in seiner Eigenschaft als Verteidigungsminister zum Widerstand aufgerufen, wäre es möglicherweise gelungen, den Putsch niederzuschlagen.
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Während des „Militärputsches vom 12. Dezember“ war der Widerstand gegen den Staatsstreich zersplittert, vereinzelt und passiv. Im Gegensatz dazu waren Chun Doo-hwan und die anderen putschistischen Offiziere außerordentlich geschlossen, hatten ihre Aktionen sorgfältig geplant, verfolgten klare Ziele und handelten äußerst schnell. Sie erstickten die aufkeimende Hoffnung auf Demokratie mit großer Entschlossenheit und unter Einsatz von Gewalt. Obwohl sich damals sowohl die Führungsspitzen der Regierung als auch die Mehrheit der Bevölkerung grundsätzlich der Demokratie zuneigten, konnten sie gegen schwer bewaffnete Soldaten kaum etwas ausrichten. In entscheidenden historischen Übergangsphasen und Zeiten politischer Unruhen spielt die Haltung militärischer Gruppen häufig eine ausschlaggebende Rolle. Insbesondere wenn sich zahlreiche hochrangige Offiziere aufgrund gemeinsamer Interessen und persönlicher Bindungen miteinander verbünden, kann selbst eine Mehrheit, die auf der Seite der Gerechtigkeit steht, angesichts ihrer Waffenlosigkeit und mangelnden Geschlossenheit nur hilflos ihrem Schicksal entgegensehen. Wer die Gewehre in der Hand hält, kann selbst eine gegen den historischen Fortschritt gerichtete Entwicklung erzwingen.
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Darüber hinaus sind äußere Mächte für den Erfolg oder Misserfolg eines Staatsstreichs und sogar für die gesamte Entwicklung eines Landes von außerordentlicher Bedeutung. Der von Chun Doo-hwan ausgelöste „Zwischenfall vom 12. Dezember“ wurde von den Vereinigten Staaten stillschweigend geduldet. Von der Ermordung Park Chung-hees bis zum Ausbruch des Putsches hielten die USA grundsätzlich am Prinzip der „Nichteinmischung“ fest. Sie interessierten sich vor allem für ihre politische und militärische Präsenz in Südkorea sowie für die Bedrohung durch Nordkorea, nicht aber dafür, ob Südkorea demokratisch oder diktatorisch regiert wurde. Im Gegenteil: Die Vereinigten Staaten sahen es gern, wenn politische Machthaber wie Park Chung-hee und Chun Doo-hwan die Lage stabilisierten und den amerikanischen Interessen dienten. Diese Haltung zeigte sich bei den späteren Ereignissen in Gwangju noch deutlicher.
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Entgegen der intuitiven Vorstellung mancher chinesischer Intellektueller, die die Vereinigten Staaten als „Leuchtturm der Demokratie“ betrachten, haben die USA in den meisten Fällen keineswegs aktiv versucht, die Demokratie in aller Welt zu verbreiten. Vielmehr haben sie häufig rechtsgerichtete autoritäre Regime unterstützt. Von Ngo Dinh Diem in Vietnam über Pinochet in Chile bis hin zu Mobutu in der Demokratischen Republik Kongo gelangten diese Machthaber mit massiver amerikanischer Unterstützung an die Macht und konnten ihre Herrschaft langfristig aufrechterhalten. Auch die von den Vereinigten Staaten in Südkorea unterstützte Regierung Syngman Rhees war in der Zeit vor und nach dem Koreakrieg ein halbautoritäres Regime. Die wichtigste Erwartung der USA an Südkorea bestand darin, dass es sich dem kommunistischen Lager aus China, der Sowjetunion und Nordkorea entgegenstellen und gemeinsam mit Japan eine antikommunistische Bastion in Ostasien bilden sollte, nicht aber darin, Südkorea in eine Demokratie nach amerikanischem Vorbild umzuwandeln.
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Dies führte dazu, dass die Vereinigten Staaten gegenüber Chun Doo-hwans „Zwischenfall vom 12. Dezember“ letztlich eine Haltung der Nachsicht und Duldung einnahmen, anstatt einzugreifen und den Putsch zu verhindern. Zwar übte die Regierung von Jimmy Carter gewisse Kritik an Chun Doo-hwans Staatsstreich und setzte ihn unter Druck, doch blieb dieser Druck begrenzt. Nachdem Ronald Reagan später die Präsidentschaft übernommen hatte, unterstützten die Vereinigten Staaten Chun Doo-hwan sogar nachdrücklich. Dadurch entfiel für Chun Doo-hwan der größte äußere Druck, und er konnte seine Herrschaft über einen längeren Zeitraum relativ stabil aufrechterhalten.
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Nach dem erfolgreichen Staatsstreich begann Chun Doo-hwan rasch mit der Unterdrückung der demokratischen Opposition. Kim Young-sam und Kim Dae-jung wurden unter Hausarrest gestellt. Führende Mitglieder der größten Oppositionspartei, der Neuen Demokratischen Partei, wurden nacheinander festgenommen, und viele von ihnen wurden gefoltert. Die Arbeiter- und Studentenbewegungen wurden brutal unterdrückt, und in ganz Südkorea breitete sich eine Atmosphäre des weißen Terrors aus. Vor diesem historischen Hintergrund brach im Mai 1980 in Gwangju eine große Massenbewegung aus. Zahlreiche Studenten und Bürger protestierten gegen die Diktatur und forderten Demokratie. Chun Doo-hwan ließ Truppen zur gewaltsamen Niederschlagung der Bewegung einsetzen. Daraus entstand eine blutige Tragödie, bei der mindestens mehrere Hundert Zivilisten getötet und mehr als tausend Menschen verletzt wurden.
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Gleichzeitig arbeitete sich Chun Doo-hwan Schritt für Schritt an die Spitze der Staatsmacht vor und nahm umfassende personelle Säuberungen innerhalb der Regierung und der Streitkräfte vor. Hochrangige Amtsträger, die der Demokratie zuneigten, wurden entlassen oder zwangsweise in den Ruhestand versetzt. Auch Präsident Choi Kyu-hah wurde zum Rücktritt gezwungen. Dagegen wurden sämtliche hochrangigen Offiziere, die am „Militärputsch vom 12. Dezember“ beteiligt gewesen waren, befördert und besetzten wichtige Schlüsselpositionen in Militär und Politik. Im August 1980 wurde Chun Doo-hwan von einem von ihm kontrollierten Wahlgremium zum Präsidenten „gewählt“. Dies markierte die formelle Errichtung des autoritären Herrschaftssystems der von Chun Doo-hwan geführten „Fünften Republik“.
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Damit konnte die nach der Ermordung Park Chung-hees bereits ins Wanken geratene Diktatur fortbestehen, während die gerade erst aufkeimende Hoffnung auf Demokratie grausam erstickt wurde. Dabei spielte die politische Orientierung der militärischen Gruppierungen innerhalb der Überreste des alten Regimes eine entscheidende Rolle. Zugleich stärkten eine Reihe von Fehlentscheidungen und Versäumnissen der demokratisch gesinnten Kräfte aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen die Macht und den Übermut der Anhänger Park Chung-hees. Dadurch geriet Südkorea erneut unter eine Militärdiktatur.
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Die Fünfte Republik (Teil II): Intrigenreiche Machtkämpfe und immer wieder aufflammende Demokratiebewegungen
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Wie bereits erwähnt, besetzte Chun Doo-hwan nach der offiziellen Gründung der Fünften Republik rasch alle wichtigen Positionen mit seinen Vertrauten. Doch auch diese Vertrauten waren in verschiedene Fraktionen gespalten und gerieten in den folgenden Jahren zunehmend in die internen Machtkämpfe des Regimes der Fünften Republik.
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Zu den von Chun Doo-hwan geschätzten und ernannten Vertrauten gehörten neben den hochrangigen Generälen, die ihm gefolgt waren, auch vier jüngere Funktionäre, die gemeinsam als die „Drei Heos und ein Lee“ bezeichnet wurden. Es handelte sich um Heo Hwa-pyeong, der für die Gestaltung des politischen Systems der Fünften Republik verantwortlich war, Heo Sam-su, der die inneren Angelegenheiten leitete, Heo Mun-do, der die öffentliche Meinung kontrollierte, und Lee Hak-bong, der für Geheimdienstangelegenheiten und sogenannte „antikommunistische Angelegenheiten“ zuständig war.
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Diese vier Männer zeichneten sich gemeinsam durch Jugend, Tatkraft, Begabung und außerordentliche Loyalität aus. Bei genauerer Betrachtung unterschieden sie sich jedoch hinsichtlich ihrer politischen Einstellungen und persönlichen Charaktereigenschaften. Sie waren keineswegs bloß schematisch gezeichnete Handlanger der Diktatur.
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Unter ihnen trat Heo Hwa-pyeong am offensivsten auf und besaß außerordentlich große politische Ambitionen. Einerseits beteiligte er sich aktiv an der Unterdrückung der Demokratiebewegung und unterstützte Chun Doo-hwans Herrschaft. Andererseits bemühte er sich zugleich um eine von konservativen Kräften dominierte „politische Erneuerung“. Er forderte die Bekämpfung der Korruption und den Rückzug der älteren Generation von Militärmachthabern und Politikern aus der Politik;
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Heo Sam-su war der treueste Vollstrecker von Chun Doo-hwans Politik. Er verwaltete für Chun äußerst effizient militärische und staatliche Angelegenheiten und erfüllte gewissermaßen zugleich die Funktionen eines „Generalsekretärs“ und eines „Ministerpräsidenten“;
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Heo Mun-do hingegen verkörperte den Typus eines feudalen Moralwächters. Er war zwar begabt, aber zugleich starrsinnig konservativ und wurde zum „Chefarchitekten“ der Unterdrückung der Pressefreiheit während der Fünften Republik;
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Lee Hak-bong wiederum fungierte wie ein „Feuerwehrkommandant“, der überall demokratische Bewegungen niederschlug und Chun Doo-hwans politische Gegner bekämpfte. Er war der Anführer der politischen Schlägertruppen des Regimes der Fünften Republik, gewissermaßen eine rechtsgerichtete Version von Felix Dserschinski.
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Dass Chun Doo-hwan diese vier Männer einsetzte, lag einerseits daran, dass er ihre Begabung und Loyalität schätzte, andererseits aber auch daran, dass er die Macht der einflussreichen hochrangigen Generäle begrenzen wollte. Während führende Militärs wie Roh Tae-woo, Jeong Ho-yong und Kwon Ik-hyun hohe Ämter im „äußeren Hof“ erhielten, bildeten die „Drei Heos und ein Lee“ den Kern von Chun Doo-hwans „innerem Hof“. Hinzu kam Jang Se-dong, der später zum Leiter der Behörde für Nationale Sicherheitsplanung ernannt wurde. Obwohl er lange Zeit Ämter im „äußeren Hof“ bekleidete, unterhielt er eine äußerst enge Beziehung zu Chun Doo-hwan und konnte deshalb meist ebenfalls dem „inneren Hof“ zugerechnet werden.
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Nach der Gründung der Fünften Republik entstanden nicht nur heftige Konflikte zwischen diesen beiden Lagern, sondern auch innerhalb der einzelnen Fraktionen herrschten erhebliche Spannungen. Alle Seiten kämpften offen und verdeckt um Macht und Einfluss. Der große Betrugsskandal um Jang Yeong-ja, der in der Anfangszeit der Fünften Republik ausbrach, brachte die Konflikte zwischen den verschiedenen Fraktionen zum Ausbruch und zog sogar Chun Doo-hwans Ehefrau Lee Soon-ja und seinen jüngeren Bruder Chun Kyung-hwan in Mitleidenschaft.
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Heo Hwa-pyeong versuchte, diese Gelegenheit zu nutzen, um Chun Doo-hwans „Familienclique“ zu stürzen und die Gruppe der hochrangigen Generäle zurückzudrängen. Damit wollte er seine selbst erklärte politische Ambition verwirklichen, als „konservativer Revolutionär“ aufzutreten. Letztlich stellte sich Chun Doo-hwan jedoch auf die Seite der älteren Generäle und seiner Verwandten. Heo Hwa-pyeong wurde von Chun Doo-hwan in die Vereinigten Staaten verbannt, und Heo Sam-su wurde später ebenfalls aus dem Machtzentrum verdrängt. Heo Mun-do und Lee Hak-bong dagegen „kämpften bis zum Schluss“ für Chun Doo-hwans autoritäre Herrschaft.
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Auch das Verhältnis zwischen Chun Doo-hwan und der Nummer zwei des Regimes, Roh Tae-woo, bildet einen wichtigen Handlungsstrang der Machtkämpfe innerhalb der Fünften Republik. Gegenüber Roh Tae-woo, mit dem ihn eine jahrzehntelange Freundschaft und gemeinsame Interessen verbanden, empfand Chun Doo-hwan sowohl Vertrauen als auch Misstrauen. Bereits zu Beginn seiner Herrschaft beschäftigte sich Chun mit der Frage seiner Nachfolge. Nach sorgfältiger Abwägung hielt er Roh Tae-woo für den geeignetsten Kandidaten. Einerseits förderte er Rohs Aufstieg zur zweitmächtigsten Persönlichkeit der Fünften Republik, andererseits wollte er verhindern, dass Roh seine eigene Stellung als Präsident gefährdete. Die Beziehung zwischen beiden schwankte zwischen Nähe und Distanz. Roh Tae-woo verbrachte sieben Jahre in Chun Doo-hwans Regierung unter Bedingungen, die dem Sprichwort „Dem Herrscher zu dienen ist, als würde man einen Tiger begleiten“ entsprachen.
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Letztlich gelang es Roh Tae-woo jedoch, trotz aller Gefahren ohne größere Zwischenfälle die Nachfolge Chun Doo-hwans anzutreten und erster Präsident der Sechsten Republik Südkoreas zu werden. Das komplizierte Verhältnis zwischen Chun und Roh ist ein Problem, mit dem Diktatoren und ihre vorgesehenen Nachfolger in vielen Ländern konfrontiert sind. Verglichen mit den politischen Machtkämpfen zwischen der „Nummer eins“ und der „Nummer zwei“ in Staaten wie der Sowjetunion und China konnte sich Roh Tae-woo als ausgesprochen glücklich betrachten.
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Obwohl die Fünfte Republik von ständigen politischen Machtkämpfen geprägt war, verfügte Chun Doo-hwan über beträchtliches politisches Geschick. Er verhinderte, dass diese Auseinandersetzungen seine grundlegende politische Linie beeinträchtigten, sodass das Regime durchgehend ein hohes Maß an Stabilität bewahrte. Auch die südkoreanische Wirtschaft setzte das rasante Wachstum fort, das durch das „Wunder am Han-Fluss“ während der Park-Chung-hee-Ära eingeleitet worden war.
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Parallel zu diesen Machtkämpfen fanden auch demokratische Bewegungen statt, die von oppositionellen und zivilgesellschaftlichen Kräften Südkoreas getragen wurden. Obwohl die Demokratiebewegung von Gwangju brutal niedergeschlagen worden war, hörte der Widerstand in den verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen Südkoreas niemals auf. Besonders aktiv waren Kim Young-sam und Kim Dae-jung. Kim Young-sam und seine Mitstreiter gründeten den „Rat zur Förderung der Demokratie“ (Minchuhyeop). Durch gemeinsame Bergwanderungen und ähnliche Aktivitäten knüpften sie Kontakte, organisierten Treffen und setzten ihren Widerstand gegen das Regime Chun Doo-hwans fort. In Phasen besonders heftiger Auseinandersetzungen griff Kim Young-sam sogar zum Mittel des Hungerstreiks. Zwar konnten diese Maßnahmen das Regime Chun Doo-hwans nicht unmittelbar erschüttern, doch bewahrten sie den Funken der Demokratie und sorgten dafür, dass innerhalb der südkoreanischen Gesellschaft weiterhin beträchtliche oppositionelle Kräfte existierten.
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Kim Dae-jung lehnte die Diktatur noch entschiedener und radikaler ab als Kim Young-sam und wurde deshalb von den Machthabern noch stärker gefürchtet. Kim Dae-jung, der bei einer Präsidentschaftswahl nur knapp gegen Park Chung-hee verloren hatte, war Park Chung-hee, Chun Doo-hwan und ihren Handlangern seit Langem ein Dorn im Auge. Bereits 1973 hatte Lee Hu-rak, der damalige Direktor des südkoreanischen Zentralen Nachrichtendienstes, beschlossen, Kim Dae-jung zu ermorden, um seine schwindende politische Stellung wiederherzustellen und sich bei Park Chung-hee Verdienste zu erwerben. Der Mordplan wurde jedoch von amerikanischen Geheimdiensten aufgedeckt. Durch das Eingreifen der japanischen Maritimen Selbstverteidigungsstreitkräfte wurde verhindert, dass der südkoreanische Geheimdienst Kim Dae-jung im Meer ertränkte.
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Nachdem Chun Doo-hwan an die Macht gekommen war, ließ er Kim Dae-jung erneut ins Gefängnis werfen und zum Tode verurteilen. Später wurde das Todesurteil in eine lebenslange Freiheitsstrafe umgewandelt. 1982 verbannte das Regime Chun Doo-hwans Kim Dae-jung unter dem Druck der internationalen Gemeinschaft in die Vereinigten Staaten. Während seines Aufenthalts in den USA wurde Kim Gastwissenschaftler an der Harvard University und setzte sein Engagement für die Demokratie in Südkorea fort. 1985 kehrte Kim Dae-jung nach Südkorea zurück und wurde erneut zu einem führenden Oppositionspolitiker, dessen Bedeutung nur noch von Kim Young-sam übertroffen wurde.
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Während der Fünften Republik überwog die Zusammenarbeit zwischen Kim Young-sam und Kim Dae-jung, doch schlossen sich ihre politischen Kräfte niemals vollständig zusammen. Vielmehr unterschieden sich ihre politischen Überzeugungen und Persönlichkeiten erheblich. Kim Young-sam neigte zu Kompromissen mit konservativen Kräften und vertrat vergleichsweise gemäßigte, zentristische Positionen. Kim Dae-jung dagegen war ein entschiedener Oppositionspolitiker mit einer deutlich linksgerichteten Orientierung. In seiner Heimatprovinz Gyeongsangnam-do besaß Kim Young-sam einen nahezu unangefochtenen Einfluss, während Kim Dae-jung in der Provinz Jeollanam-do einschließlich Gwangju über eine überwältigende Unterstützung verfügte. Beide besaßen somit ihre jeweils eigenen politischen Hochburgen.
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Unter den Diktaturen von Park Chung-hee und Chun Doo-hwan standen die beiden Politiker die meiste Zeit über in engem Austausch und arbeiteten aktiv zusammen. Sie führten zahlreiche wichtige Gespräche miteinander. Gegen Ende der Fünften Republik führten jedoch unterschiedliche politische Auffassungen und Konflikte um politische Interessen schließlich zu ihrer Trennung.
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Bei der Präsidentschaftswahl 1987 wurde diese Spaltung endgültig sichtbar. Anstatt sich durch einen Kompromiss auf einen gemeinsamen Kandidaten zu einigen, traten beide zur Wahl an. Dadurch spaltete sich auch die demokratisch orientierte Wählerschaft: Ein Teil unterstützte Kim Young-sam, ein anderer Kim Dae-jung. Dies ermöglichte es Roh Tae-woo, der ursprünglich in einer ungünstigen Ausgangslage gewesen war, in einer Wahlkonstellation „ein Roh gegen drei Kims“ (der dritte Kim war Kim Jong-pil von der Republikanischen Partei) überraschend zu gewinnen. So konnte die Herrschaft der konservativ-autoritären Kräfte über Südkorea auch nach dem Ende der Fünften Republik und dem Beginn der Sechsten Republik noch mehrere Jahre fortbestehen.
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Um die immer wieder aufflammenden Demokratiebewegungen zu unterdrücken, ließ das Regime Chun Doo-hwans nichts unversucht. Gegen oppositionelle politische Führungspersönlichkeiten wie Kim Young-sam und Kim Dae-jung setzte es auf Maßnahmen wie Hausarrest und Verbannung. Gegen gewöhnliche Teilnehmer demokratischer Bewegungen, Studentenbewegungen und sozialer Protestbewegungen griff es hingegen häufiger zu unmittelbarer Gewalt.
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Unter dem Vorwand, die organisierte Kriminalität zu bekämpfen, richtete das Regime Chun Doo-hwans die sogenannten „Samcheong-Erziehungseinheiten“ ein. Zehntausende Menschen, darunter soziale Aktivisten, junge Studenten, Militärangehörige, die sich gegen Chun Doo-hwans Regime stellten (beispielsweise der ehemalige Befehlshaber des Sicherheitskommandos Kang Chang-seong, der persönliche Konflikte mit Chun Doo-hwan hatte), sowie als kriminell oder unerwünscht eingestufte Personen und andere sogenannte „gesellschaftlich destabilisierende Elemente“, wurden in Lager eingewiesen, die den chinesischen Zwangsarbeitslagern ähnelten. Dort wurden sie eingesperrt und verschiedenen Formen der Misshandlung ausgesetzt, darunter regelmäßige brutale Schläge, Zwangsarbeit, körperliche Züchtigungen und Nahrungsentzug.
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Spätere Untersuchungen ergaben, dass diese unter dem Vorwand der „Bekämpfung der organisierten Kriminalität“ durchgeführten willkürlichen und brutalen Repressionsmaßnahmen mindestens mehr als 400 Todesopfer forderten und Tausende Menschen körperlich behindert oder psychisch krank zurückließen. Mit solchen Methoden unterdrückte das Regime Chun Doo-hwans jene Kräfte, die das politische System bedrohten, bewahrte die gesellschaftliche Stabilität und erzielte zumindest nach außen hin den Eindruck einer guten öffentlichen Sicherheitslage.
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Gegen die Studentenbewegung führte das Regime Chun Doo-hwans außerdem eine als „Grünes Projekt“ bezeichnete Strategie der Spaltung und Zersetzung durch. Militärische Geheimdienste setzten Drohungen, Zwang und Verlockungen ein, um bestimmte überwachte oder bereits verhaftete Studenten dazu zu bringen, als Spitzel des Regimes zu arbeiten. Diese sollten Studentenorganisationen infiltrieren, den militärischen Geheimdiensten Informationen liefern, die Festnahme führender Aktivisten ermöglichen und die Studentenbewegung sabotieren. Einige junge Studenten, deren Widerstandskraft geringer war, wurden gezwungen, als Informanten des Regimes zu dienen und ihre Kommilitonen und Mitstreiter im revolutionären Kampf zu verraten.
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Diese Methoden versetzten der südkoreanischen Studentenbewegung tatsächlich schwere Schläge. Viele führende Studentenaktivisten wurden infolgedessen verhaftet, und unter progressiven Studenten breitete sich gegenseitiges Misstrauen aus. Einige Studenten, die als Spitzel ihre Kommilitonen verraten hatten, wurden von Schuldgefühlen überwältigt, hinterließen Abschiedsbriefe mit Geständnissen und begingen anschließend Selbstmord. All diese Tragödien waren Folgen der Spaltungs- und Zersetzungsmaßnahmen des Regimes Chun Doo-hwans.
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Im Umgang mit der Presse übernahm Chun Doo-hwan die Vorschläge Heo Mun-dos zur „Neuordnung, Abschaffung und Zusammenlegung der Medien“ und führte ein System strenger Pressezensur ein. Die Berichterstattung von Zeitungen wie Chosun Ilbo, Dong-A Ilbo und JoongAng Ilbo wurde umfassend kontrolliert. Die Veröffentlichung von Informationen, die dem Regime Chun Doo-hwans schadeten, war streng verboten. Obwohl die Intensität dieser Maßnahmen bei Weitem nicht an die Repression im Nachbarland jenseits des Meeres heranreichte, stellte dieses System der Meinungs- und Pressekontrolle die strengste und am stärksten systematisierte Form der Zensur seit der Gründung Südkoreas dar.
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Bei der Unterdrückung der Pressefreiheit spielte Heo Mun-do, der ursprünglich aus dem Medienbereich stammte und sich Chun Doo-hwan angeschlossen hatte, eine besonders verhängnisvolle Rolle. Heo Mun-do war ein typisches Beispiel für einen gefährlichen Menschen mit großem Talent, aber ohne moralische Integrität: ein hochrangiger Handlanger des Regimes, der journalistische Fähigkeiten mit extrem konservativen Überzeugungen verband.
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Wie andere diktatorische Regime nutzte auch die Regierung Chun Doo-hwans äußere Bedrohungen, um die Legitimität ihrer Herrschaft zu stärken und die Unterstützung der Bevölkerung zu gewinnen. Das Regime übertrieb die angebliche Bedrohung Südkoreas durch den Bau des Geumgangsan-Staudamms in Nordkorea. Damit lenkte es die Aufmerksamkeit der Bevölkerung von Fragen der Verfassungsänderung und des Wahlsystems im eigenen Land ab und verringerte den Reformdruck auf die Regierung. Darüber hinaus nutzten südkoreanische Geheimdienste einen gewöhnlichen Kriminalfall, um die gefälschte „Kim-Ok-bun-Spionageaffäre“ zu konstruieren. Damit sollte die Atmosphäre des weißen Terrors verschärft und unter diesem Vorwand die Unterdrückung der einheimischen linken Kräfte intensiviert werden.
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Während das Regime Chun Doo-hwans mit der „Peitsche“ gegen oppositionelle Kräfte vorging, verteilte es bei geeigneten Gelegenheiten auch „Zuckerbrot“ an die Bevölkerung. Chun Doo-hwan folgte dem Rat von Ryuzo Sejima, dem Vorsitzenden des japanischen Handelsunternehmens Itochu, und versuchte, durch die Bewerbung um die Ausrichtung der Olympischen Spiele die Auswirkungen der Ereignisse von Gwangju in den Hintergrund treten zu lassen. Er wollte erreichen, dass die Bevölkerung in Nationalstolz und Unterhaltung aufging. Zugleich förderte Chun Doo-hwan die wirtschaftliche Entwicklung, damit sich die Menschen stärker auf die Verfolgung materieller Interessen konzentrierten und ihre Begeisterung für die Demokratie nachließ.
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Diese Reihe von Maßnahmen des Regimes Chun Doo-hwans trug tatsächlich kurz- und mittelfristig dazu bei, seine diktatorische Herrschaft zu sichern und die Kräfte zu schwächen, die nach Freiheit und Demokratie strebten. Zwischen 1980 und 1987 erschien die südkoreanische Gesellschaft relativ stabil, während die Wirtschaft weiterhin rasch wuchs und damit das „Wunder am Han-Fluss“ aus der Ära Park Chung-hees fortsetzte.
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Doch diese Erfolge wurden offensichtlich auf Kosten der Demokratie und der Menschenrechte erzielt. Die Hauptnutznießer waren vor allem hochrangige Beamte, Großkonzerne und andere privilegierte Eliten. Die breite Arbeiterschaft wurde brutal ausgebeutet, Intellektuelle wurden massiv unterdrückt, Korruption durch die Verflechtung von Politik und Wirtschaft war weitverbreitet, Militär- und Geheimdienstorgane handelten arrogant und willkürlich, und der Bevölkerung wurden politische Rechte und Freiheiten vorenthalten. Die gesellschaftlichen Widersprüche verschärften sich zunehmend. Die Selbstverbrennung des bekannten Arbeiteraktivisten Jeon Tae-il war beispielsweise ein Sinnbild für die Heftigkeit und Tragik der südkoreanischen Arbeitskämpfe.
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Obwohl das Regime Chun Doo-hwans zahlreiche Maßnahmen zur Aufrechterhaltung seiner diktatorischen Herrschaft ergriff, setzte die südkoreanische Bevölkerung ihr Streben nach Demokratie unermüdlich fort. Politisch aktive Persönlichkeiten spielten dabei eine entscheidende Rolle. Mit den Veränderungen der damaligen internationalen Lage, dem weltweiten Aufstieg der Demokratie zu einer bestimmenden historischen Entwicklung (der sogenannten „Dritten Demokratisierungswelle“) und dem zunehmenden Verlust gesellschaftlicher Unterstützung für die Diktatur erreichte die südkoreanische Demokratiebewegung einen neuen Höhepunkt.
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1987 wurde der Tod des Universitätsstudenten Park Jong-cheol infolge von Folter zum Auslöser landesweiter Proteste. Die Demokratiebewegungen in ganz Südkorea durchbrachen die Unterdrückung durch das Regime und breiteten sich wie ein Flächenbrand aus. Im Juni desselben Jahres hatten sich die vielfältigen Protestformen von Studenten, Arbeitern und Bürgern bereits zu einer landesweiten politischen Bewegung entwickelt, die alle wichtigen Städte Südkoreas erfasste. Die Totenglocke für das Regime Chun Doo-hwans stand kurz davor zu läuten.
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Die Fünfte Republik (Teil III): Nur wer sich an die Geschichte erinnert, hat eine Zukunft
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Im Juni 1987 erreichten die demokratischen Proteste in ganz Südkorea ihren Höhepunkt. Chun Doo-hwan versuchte zeitweise, erneut militärische Gewalt zur Niederschlagung der Proteste einzusetzen, stieß dabei jedoch auf den Widerstand eines Teils der militärischen Führung. Anders als während des Zwischenfalls vom 4. Juni in China, als nur wenige Generäle wie Xu Qinxian den Einsatz von Gewalt verweigerten, lehnten zu diesem Zeitpunkt in Südkorea die meisten hochrangigen Offiziere und führenden Mitglieder der Regierungspartei einen Militäreinsatz gegen die Bevölkerung ab. Dies lag auch daran, dass demokratische Vorstellungen inzwischen tief im Bewusstsein der südkoreanischen Bevölkerung verwurzelt waren. Selbst diese Nutznießer des bestehenden Systems wollten sich nicht gegen den historischen Trend stellen und als Schuldige in die Geschichte eingehen. Obwohl Chun Doo-hwan ein politischer Machtmensch war, musste auch er die weitverbreitete öffentliche Meinung berücksichtigen, einschließlich der Haltung führender Mitglieder der herrschenden Elite.
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Schließlich entschied sich Chun Doo-hwan für einen Kompromiss. Am 29. Juni verkündete sein vorgesehener Nachfolger Roh Tae-woo, dass die Verfassung geändert, die Direktwahl des Präsidenten eingeführt und politische Gefangene freigelassen werden sollten. Diese Ankündigung wurde als „Erklärung vom 29. Juni“ bekannt. Sie markierte einen bedeutenden Sieg der südkoreanischen Demokratiebewegung und kündigte den bevorstehenden Übergang zur Demokratie an.
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Chun Doo-hwan hoffte seinerseits, dass Roh Tae-woo seine innen- und außenpolitische Linie auf demokratischem Wege fortsetzen und ihn zugleich vor einer gerichtlichen Verfolgung schützen würde. Chun vertraute Roh keineswegs wirklich bedingungslos, doch hatte er keine andere Wahl mehr. Anstatt von linksgerichteten progressiven Kräften oder seinen langjährigen politischen Gegnern abgelöst zu werden, zog er es selbstverständlich vor, dass der „gleichgesinnte“ Roh Tae-woo sein politisches Erbe übernahm.
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Anschließend begann der Wahlkampf für die Präsidentschaftswahl von 1987. Wie bereits erwähnt, gingen Kim Young-sam und Kim Dae-jung getrennte Wege und kündigten beide ihre Kandidatur an, wodurch das oppositionelle demokratische Lager gespalten wurde. Dies war sowohl auf die bereits bestehenden Spannungen zwischen den beiden Politikern als auch auf gezielte Spaltungsversuche der autoritären Regierung zurückzuführen. Wie dem auch sei, die Spaltung zwischen den beiden Kims schwächte die Wettbewerbsfähigkeit der demokratischen Opposition erheblich und ermöglichte Roh Tae-woo, als lachender Dritter davon zu profitieren.
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Unter dem Druck des Wahlkampfes sah sich jedoch auch Roh Tae-woo gezwungen, zu versprechen, die Verantwortlichen für die Ereignisse von Gwangju, einschließlich Chun Doo-hwans, zur Rechenschaft zu ziehen und die historischen Verbrechen aufzuarbeiten. Schließlich gewann Roh Tae-woo mit 36,6 Prozent der Stimmen die Präsidentschaftswahl gegen Kim Young-sam mit 28 Prozent und Kim Dae-jung mit 27 Prozent. (Die zusammengezählten Stimmenanteile der beiden Kims lagen offensichtlich weit über dem Ergebnis Roh Tae-woos. Hätten sich beide Lager zusammengeschlossen und nur einen gemeinsamen Kandidaten aufgestellt, hätte dieser sehr wahrscheinlich gewonnen.) Damit wurde Roh Tae-woo zum ersten Präsidenten der Sechsten Republik Südkoreas gewählt.
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Unter dem Druck der Oppositionsparteien und einer starken öffentlichen Meinung entschied sich Roh Tae-woo, Chun Doo-hwan unter Hausarrest zu stellen und ihm die Teilnahme an der Eröffnungsfeier der Olympischen Spiele 1988 in Seoul zu verweigern. Später ließ er Chun Doo-hwan auch offiziell verhaften. Doch Roh Tae-woo war selbst ein wichtiges Mitglied des früheren Regimes Chun Doo-hwans gewesen. Deshalb verzögerte er die Aufarbeitung der Verbrechen des alten Regimes, wann immer dies möglich war, und begnügte sich damit, die Öffentlichkeit oberflächlich zufriedenzustellen. Erst nachdem Kim Young-sam an die Macht gekommen war, gewann der Prozess der Korrektur früherer Fehlentwicklungen und der historischen Aufarbeitung deutlich an Geschwindigkeit. 1995 wurde sogar Roh Tae-woo verhaftet.

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(Da der Text recht lang ist, wird der restliche Teil im Kommentarbereich veröffentlicht.)

(Der Autor dieses Artikels, Wang Qingmin(王庆民), ist ein in Europa lebender chinesischer Schriftsteller und Forscher auf dem Gebiet der internationalen Politik.)


r/Geschichte • • 1d ago

Wurstelprater wird UNESCO-Kulturerbe |

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r/Geschichte • • 1d ago

Österreichische Spanienkämpfer im Porträt (2): Max Bair

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90 Jahre nach Beginn des Spanischen Bürgerkriegs veröffentlichen wir drei Biografien österreichischer Spanienkämpfer. Rund 1.400 Österreicherinnen und Österreicher machten sich ab 1936 auf den Weg nach Spanien, um gegen den Faschismus zu kämpfen. Sie riskierten dabei ihr Leben – viele von ihnen kehrten nicht zurück. Ihr Einsatz steht bis heute für internationalistische Solidarität und den entschlossenen Widerstand gegen den Faschismus. Der zweite Teil behandelt das Leben von Max Bair.


r/Geschichte • • 1d ago

Paul von Hindenburg - zu Unrecht verurteilt?

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Heutzutage steht der ehemalige Generalfeldmarschall und später auch Reichspräsident Paul von Hindenburg unter großer Kritik. Man wirft ihm vor, der Wegbereiter des nationalsozialistischen Regimes von Adolf Hitler zu sein. Er habe die Demokratie der Weimarer Republik immer weiter abgebaut. Er habe Hitler zum Reichskanzler ernannt, obwohl er verfassungsgemäß volle Macht hätte, dies nicht zu tun. Allerdings hasste er Hitler. Er nannte ihn den »böhmischen Gefreiten«. Er verzögerte bewusst Hitlers Machtaufstieg. Paradox. Da stellt sich die Frage, inwieweit die Geschichtsschreiber ihn zu Unrecht verurteilen.

Paul von Hindenburg war ein überzeugter Monarchist. Er empfand die Weimarer Republik alles andere als ideal und wünschte sich das Kaiserreich zurück. Um seine rechtskonservativen Ziele zu erreichen, baute er die Demokratie schrittweise ab. Dies tat er, indem er die Notverordnung missbrauchte und damit ohne das Parlament Gesetzte beschloss. Es gibt keine Basis, auf der man behaupten kann, er habe es für Hitler getan.

Wie bereits gesagt, war Hindenburg nicht angetan von Hitler. Er befürchtete, dass wenn Hitler Reichskanzler werden würde, es zu einem Bürgerkrieg zwischen den Nationalisten und den Linken führen würde. Er geringschätzte Hitler. Er weigerte sich, Hitlers Partei die volle Regierungsgewalt zu geben...

Er ernannte Hitler dennoch zum Reichskanzler, wieso? Hindenburg stand unter Druck. Im Reichstag saßen extreme Parteien (KPD, NSDAP), die zusammen die absolute Mehrheit besaßen. Die Gefahr die daraus resultierte war nicht ignorabel. Und dann gab es noch Franz von Papen. Dieser überzeugte den erkrankten Hindenburg man könnte Hitler zähmen und in die Ecke drängen. wenn man ihn zum Reichskanzler machen würde. Diese Fehlannahme führte schließlich dazu, dass er Hitler zum Reichskanzler ernannte.

Paul von Hindenburg war ein kranker, konservativer Kriegsveteran, der davon überzeugt wurde Hitler zum Reichskanzler zu machen. Man behauptet, Hitlers antidemokratisches Verhalten hätte Hindenburg schlussendlich angetan, was dazu führte, dass er in Hitler seinen Mann sah, der seine autokratischen Ziele durchsetzen konnte. Dies kann man aus seinem Testament entnehmen. Nachdem Hindenburg verstorben ist, übernahm Hitler seine Macht.

Für mich persönlich stellen sich dabei einige Fragen. Könnte es sein, dass Hindenburg Hitler bis an sein Lebensende verabscheute. Dass es vielleicht eine Propaganda seitens Hitler war, die darstellte, dass Hindenburg ihn mochte. Könnte es Propaganda seitens germanophoben gewesen sein, die ihn und die deutsche Monarchie diskreditierten? Könnte es sein, dass sein Tod nicht einfach durch Altersschwäche geschah, sondern dass er von Hitler aus dem Weg geräumt wurde? Könnte es sein, dass sein Testament gefälscht wurde? Könnte es sein, dass wir heutzutage nicht über ihn urteilen, sondern nur um ein verfälschtes Bild, was wir von ihm haben?


r/Geschichte • • 2d ago

Rückseite eines Stürmers einer Burschenschaft. Welche Burschenschaft trug/trägt diese Farben?

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Weist mich gerne darauf hin falls ihr einen besseren Sub für diese Frage findet


r/Geschichte • • 2d ago

Konzilstagebuch erscheint in neuem Licht

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So begann es: 38 - 1144 | Eine Geschichte des Antisemitismus (1/4) |

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Der Komponist Antonio Salieri - Mythos vom Mörder Mozarts - Die ganze Doku

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r/Geschichte • • 2d ago

Mit dem Langschwert gegen Klischees: Historisches Fechten in Wien

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